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sebenstreit. — 6einke. 477
zuge von 1814 war er dem Generalstabe des Armeecorps des Kronprin-
zen, nachmahligen Königs von Würtemberg, zugetheilt, aus welchem
Anlasse ihm der würtembergische Militär-Verdienst-Orden aus der
Hand dieses erhabenen Helden auf einer von H. erstürmten Batte-
rie zu Theil wurde, nachdem ihm ein Pferd unter dem Leibe erschossen
und er^ selbst verwundet worden war. Später wurde er in den ö'sterr.
Freyberrnstand erhoben und, mit mehreren andern Orden ausgezeichnet.
— Der sechste und jüngste Bruder, Leop. v. H., geb. 1.780 > ward
1813 und 1814 unter dem Armeeminister Freyh. v. Baldacci, und
dem Hofcommissär und Intendanten, Hofrath v. Roschmann in Tp"
rol verwendet; dieser starb 1325 als Kreishauptmann zu Botz en.
^ Hebenstreit/ N)ilh. Von ftmem gehaltvollen kleinen Hand-
buche: Der Fremde in Wien, erschien, nach kurzer Zeit bereits die 3.
vermehrte Auflage, Wien 1836. —" H. domicilirt jetzt seit Kurzem zu
Gmunden am Traunsee.^ Dieser Gelehrte'hat unter Anderem ejn um«
fassendes Wörterbuch der Ästhetik.ausgearbeitet. j<li'il:s^> .
Heiligenblut, am Fuße der Heiligenbluter Tauern im Villachep
Kreise Körnchens, ist vielleicht das höchste Alpendorf der Monarchie,
4,506 Wiener Fuß über der Meeresflache. Es hat nur 63 Einw. und
ist ein in vielfacher Beziehung höchst interessanter Ort. Das ganz Eigen-
thümliche feiner Lage und des davon abhängigen Climas,' die nahe Al-
penwelt, die Gletscher des. Großglockners rufen eine, Ähnlichkeit mir
Chamouny am Fuße des Montblanc hervor. Reisende aus allen
Theilen Europa's ziehen dahin, um das Großartige der Natur Hier zu
schauen; Maler, Botaniker, und Geognosten finden sich hier ein, um
ihre Ausbeuten zu machen. Uberdieß hat der Ort auch eine architektoni-
sche Zierde in seiner alterthümlichen Kirche, die von Hans Hub er
1483 erbaut, und 1491 von Bischof Co.nrad von Belluno, Suf-
fragan von Brixen, auf Anordnung des Erzbischofs von Salzburg,
Friedr. Grafen Schaumburg, geweiht wurde. Das schöne Hochal-
tarblatt von 1520 ist von Wolfgang Haller; die große Glocke ist
ö von 1422. Der Sage nach wurde an die Stelle der St. Brictmsca-
pelle, die schon 914 erbaut worden seyn soll, die gegenwärtige Pfarr-
kirche erbaut. Interessant für Reisende ist hier ein Manuskripts welches
im Pfarrarchive aufbewahrt ist, und den ehemahligen Pfarrer von H..vnd
Sagritz, Georg Andreas Aicher v. Aich enegg, zum Verfas-
ser hat. Es bandelt in 12-^ Capiteln die Geschichte des heil. Br ict ius,
mit allen merkwürdigen Folgen bis auf 1729 ab, und ist dem Prinzen
Eugen vonSavoyen gewidmet, mit welchem dieser Pfarrer in Jugend-
bekanntschaft war. In H. wird auch ein eigenes Gedenkbuch fiir die. aus-
gezeichneten Reisenden geführt, in welchem selbe eigenhändig ihre Nah-
men einzutragen pflegen, und das jedem Fremden interessante Porgänger
bekannt gibt, .
* stinke, Ios. procop Freyh. v. 1836 (Wien) erschien
von ihm: Grundlinien des in dem österr. Staate bestehenden Lehenver-
hältnisses. — Ios. Hölzl (wackerer Vorsteher des niederösterr. Le-
henarchivs) ist Verfasser der trefflichen Schrift: Beytrage zur Straf-
gesetzgebung (Wien 1835), und Bruder des durch solide philologische
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie