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484 ^ohenau. — Hohenblum's Realitäten Commiss. Gesch.
Margaretha seine Primiz, so wie 1826 seine Secundiz. 1773 wurde
er als Katechet und Director der Normalschulen nach Lemberg ge-
schickt, in welchem neuen Wirkungskreise er sich bald so viele Verdienste
erwarb, daß er 1784 Domscholastikus am Lemberger Domcapitel
ward. 1805 wurde er, da er Doctor des canonischen Rechts und Bac-
calaureus der Theologie war, als Director des theologischen Studiums
an die Universität nach Krakau geschickt. Hier war er zuerst Rector,
dann infulirter Abt, Pfarrer bey St. Mar ia , und bey Erledigung
des Erzbisthums Präses des Krakauer Domcapitels, und bey Besetzung
des Erzbisthums ward er zum Abte vonZolkiew ernannt. Als Director
des Waisen«, dann des Taubstummen-Institutes, welches erstere H. durch
ein Capital von 5,000 Gulden nach der Cholera begründete, hat er viel
Gutes gewirkt, wofür ihm der Magistrat von Lemberg das Diplom
eines Ehrenbürgers überreichte. Er hinterließ ein bedeutendes Vermö-
gen , über 200,000 Gulden C. M. , theils in Barem, theils in
Staatspapieren, und setzte in seinem Testamente, welches mit den
Worten: ,,Ope5dleli,patrimonium pauperum" anfangt, dvs Lem-
berger Armen-Institut zum Haupterben ein. Nach Abschlag der Legate
erhält nun dieses über 80,500 Gulden C. M. Das Siechenspital bey
St. Lazar und das Waisen-Institut erhielten zu gleichen Theilen ein
Legat von 13,400 Gulden. Er bestimmte ein Legat von 7,000 Gul-
den, von dessen Zinsen den aus dem Lemberger Srrafhause entlassenen
Sträflingen, die keine Mittel zum Erwerbe haben, Handwerkzeug
u. s. w. angeschafft werden soll. Das Lemberger Domcapitel erhielt ein
Legat von beynahe 30,000 Gulden. Verschiedene kleinere Legate er-
hielten seine Verwandten, die Kirche seines Geburtsortes, die Kirche St.
Margaretha in Wien, und mehrere dürftige Privatpersonen. Durch
weise Sparsamkeit und ein Mäßiges zurückgezogenes Leben, strebte er
so viel zu erwerben, um seinen Mitmenschen ein dauerndes, ergiebiges
Denkmal an seine Wohlthatigkeitsliebe zu hinterlassen. Dieser wahrhaft
hochwürdige Priester starb den I l . Dec. 1835 zu Lemberg.
Hohenau, niederösterr. Marktflecken im V. U. M. B., in ebener
Lage nahe an der March, mit 1,560 Einw., einem Meierhofe und
bemerkenswerthen fürstl. Liechtenstein'schen Gestüte, zu welchem die
Gestütwiesen an der March gehören. Über die March führt eine 8 Joch
lange hölzerne Fahrbrücke. »
Hohenblum's, Ios. Ritter v. (k. k. privil. Großhändlers und
niederösterr. öffentl. Agenten), Realitäten Commissions-Geschaft
in Wien. Selbes umfaßt besonders folgende Gegenstände: 1) Herr-
schaften, ganz große Körper, im Werthe von mehreren 100,000,
kleinere Herrschaften, im Werthe von 100—180,000 Gulden, worun-
ter sowohl Herrschaften mit mehr Grundstücken als trockenen Gefallen,
wie auch mehrere sogenannte Waldherrschaften sind, und dann auch ganz
kleine Körper, im Werthe von 20—60,000 Gulden Convent. Münze.
Herrschaften auch von 200,000 Gulden im Werthe werden auf Leibren-
ten verkauft. 2) Stadthauser, in den gangbarsten Straßen der Stadt
Wien, im Preise von 80, 100,—200,000 Gulden, mit Einfahrts-
thor, Hofraum, Stallung und Gewö.bern, dann im Preise von 30—
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie