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488 Hopfenbau. — voyos, das Geschlecht.
Moskau nach St. Petersburg, wo er sich einige Zeit aufhielt,
und über Moskau, Kiew, durch die Bukowina nach Siebenbürgen
in seine Heimath zurück, nachdem er 2 Jahre auf dieser Reise und
20 im Ganzen zugebracht hatte. Die Wintermonathe 1834 — 35 ge-
noß H. die Freuden im Zirkel seiner Anverwandten; er fand Vater,
Mutter, Brüder und Schwester, und auch eine Großmutter am Leben.
Im Frühjahre 1825 begab er sich in sswer mitgebrachten malerischen
orientalischen Tracht.auf eine neue nicht minder wichtige Reife. Von
Wien ging er in Begleitung eines seiner Bruder über Italien und
Frankleich nach England, und kehrte von London über Hamburg,
Ber l in, Deutschland, Sachsen und Böhmen nach Wien zurück, wo
er sich auf europäische Art umkleidete, und so in seine Heimath, nach
Kronstadt zurückreiste. Der Zweck dieser letzten Reise war, theils
Europa kennen'zu lernen, theils einige durch den französ. General
A l l a r d , zur See nach Frankreich abgesandte scientisische Schatze
in Empfang zu nehmen; glücklicherweise traf er mit genanntem Ge-
neral in Bordeaux zusammen, HTld bekam seine Kiste. Von Alter-
thümern trat er einen Theil in Paris ab>, das übrige führte er nach
London; und die auf den Oebirgen Afghanistans gesammelten Kräu-
ter, deren gegen 500 Exemplare, 50 ganz unbekannte Species, brachte
er nach Wien und widmete sie der öffentlichen Bekanntmachung. (Sie
werden nächstens unter dem Titel: 8ei-tuin (Üabulicum, nebst der Land-
charte der Gebirge, wo sie gesammelt worden,^ s. Endlicher^ erscheinen.)
Die Wintermonathe 1335—36 brachte er zu Hause zu, und kam im Früh-
jahre wieder nach Wien, um seine interessante Reisebeschreibung da zu
bearbeiten. Gegenwärtig hofft er über Gallacz nach Constanti-
nopel zurückzukehren, um in der Zeit von einem Jahre noch einige
Geschäfte, die er im Oriente hat/ zu vollenden, und dann in der Ruhe
in Europa leben zu können. Er spricht über 12 Sprachen, 3 europai-
sche; die übrigen sind orientalische. In Paris wurde er wegen sei-
ner der asiatischen gelehrten Gesellschaft mitgetheilten Sammlungen wis-
senschaftlicher Gegenstände zu ihrem Ehrenmitglieds ernannt, so wie auch
der in Leipzig befindliche Verein homöopatischer Ärzte ihm als Ehren-
mitglied das Dlplom zusandte.
* Hopfenbau. Lange Zeit war derselbe fast ein ausschließendes Pro-
duct Böhmens. In neuerer Zeit wurde jedoch, vorzüglich durch die An-
regungen der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaften in Steyermark und
Karnthen derselbe einzuführen begonnen; so bestehen bereits Hopfengärten
in Steyermark bey Feldbach im Raabthale, beym Mauthhause zu
Grätz, zuAdmont :c.; inKärnthen aufdem GuteZigullu, und
bey derHerrschaft Halleg in der Nähe von Klagen fürt. Das Prodnct
ist beyfallswürdig, und hoffentlich wird man hier, wie in Bayern nach
und nach die Möglichkeit der Erzeugung eines vorzüglichen Hopfens,
nicht mehr bezweifeln, und den Vortheil anerkennen, das dafür aus-
gefegte Geld statt außer Land zugeben, im Lande selbst zu verdienen.
Auch in Mähren sind viele Hopfengärten angelegt.
* 6oyos zu Gutenstein und sohenberg, das Geschlecht.
Ioh. Ernst Graf v. H.-S p r i n z e n st e i n ward 1336 Eh-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie