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süttenbcrg. — ^üttenbrenner. l89
renmitglied der k. k. Akademie der bildenden Künste. Im Sept. desselben
Jahres erbielt er den Orden des goldenen Vließes.
* Hüttenberg. Dieser Markt liegt im Villacher Kreise Ka'rnthens,
dessen Einwohner größtentheils als Bergknappen in den nahen Eisen-
erzgruben beschäftigt sind.
Hüttenbrentter, Anselm, Gutsbesitzer und seit 1. Iuly 1324
Director des Musikconseroatoriums in Steyermark, wurde den 13-Oct.
1794 zu Gra tz geboren. Der Domorganist Mat thäus Gell. unter-
richtete ihn im Clavierspiel. Der Knabe machte so schnelle Fortschritte,
daß er 1302 im Redoutensaale zu Gratz ein Moza rt'sches Concert
gelausig und tactsicher vortrug. Sein Meister unterrichtete ihn auch im
Gesänge. 1303 b'gann er das Studium des Generalbasses. Nach be»
endigten philosophischen Studien trat er 1811 in den Eisterzienser - Or-
den zu Re in , wo er das Noviziat bestand und anderthalb Jahre ver-
blieb. Durch 5 Jahre erhielt H. zu Wien nnentgeldlichen Unterricht
in der Composition. In jener Periode schrieb H. Variationen und ein
Streichquartett, die im Stich erschienen; auch componirte er 1819
für das Theater an der Wien eine Oper in 3 Acten: „Die französische
Einquartirung," welche jedoch wegen bedeutender Mängel des Buches
nicht zur Aufführung gelangen konnte. 1824 erschienen H.'s gehaltvolle
i'Meaux mu5ical65. Seine bey Ferstl in Gratz erschienene Clavier-
Sonate in ^ - clui- erfuhr die lebendsten Beurtheilungen. 1825 componir-
te H. ein großes doppelchoriges Requiem in <Ü - inol l , welches in Gratz
zu Beethoven's, Sal ier i 's und zuletzt zu des Kaisers Franz I.
Todtenfeyer mit ungewöhnlich großer Besetzung, und in der Augustiner»
Hofkirche in Wien zu Franz Schubev»t's Todtenfeyer von mehr
als hundert Musikern zur Ausführung gebracht wurde. An Kirchen«
compositionen lieferte er noch 5 große Messen, dann ein zweytes klei-
neres Requiem in v -mo l l für Landkirchen, neblt mehreren Motetten. >.
Am 6. Februar 1827 wurde H.'s zweyte, 1324 componirte Oper in
2 Acten: „Die beyden Vicekö'niginnen," im stand. Theater zu Orätz
mit Beyfall aufgeführt. Für den Sammler, die Theaterzeitung, den
Aufmerksamen, dann für die Wiener und Leipziger musikalische Zeitung
lieferte H. seit 1819 viele Concert- und Opern-Kritiken, auch andere
musikalische Aufsatze. Auf die Gesang- und Instrumental.-Schulen des
steyermark. Musikoereins richtete er als Director stets ein besonderes Au-
genmerk. Es gingen auch seit 10 Jahren mehrere brave Gesangschüler
rinnen aus dem steyermark. Conservatorium hervor. Im April 1835
wurde zu Gratz H.'s dritte Oper in 2 Acten: „Leonore," nach Bür-
ger's Ballade, von C. G. Ritter v. Lettner gedichtet, mir glänzen-
dem Beyfall aufgeführt. Im Herbst 1835 dichtete IgnazKo l lmann
einen Voract zur Leonore, welchen H. alsbald in Musik setzte. 1830
erhielt H. von den beyden Musikvereinen für Karnthen und Croatien,
und 1835 von der philharmonischen Gesellschaft in Laib ach das Di-
plom als Ehrenmitglied; auch erwählte ihn das uniformirte Gra'tzer
BürgercorpS zum Musikinspector und Oberlieutenant vom Stäbe. —
Im Stiche erschienene Werke von H. sind außer den obangezeigten
ein Vocalquartett mit Clavierbegleitung, betitelt: „Der Abend," ein
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie