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Iankovich. — Iansa. 49?
sämmtlichen Besitzungen, und zog sich nach Ora'tz. Des unthatigen
Lebens aber ungewohnt verfiel er 1783 auf den kühnen Gedanken, da-
selbst eine neue Vorstadt anzulegen. Er kaufte daher die vor dem soge-
nannten Eisenthore liegenden öden Gründe nebst einer großen Wiese.
Der ganze gekaufte Terrain wurde geometrisch aufgenommen, und der
Plan zur Entstehung der neuen Vorstadt wurde dergestalt eingerichtet,
daß man vom Hauptplatze aus alle 6 Gassen erblicken tonnte. Mit Er-
bauung des großen Herrschaftshauses wurde sogleich derAnfang gemacht,
und trotz eingetretener Hemmungen, worunter besonders der damahls
ausgebrochene Türkenkrieg von Bedeutung war, ward schon in einigen
Jahren der größte Theil dieser seinen Nahmen führenden lebhaften und
anmuthigen Vorstadt vollendet. 1791 übergab er die gesammte Herr-
schaft seinem ältesten Sohne, Andreas Ritter v. I. (gest. den 20.
April 1825) und lebte fortan abwechselnd in Ora'tz und in Wien. Er
starb zuGratz den 15. Aug. 1805, nachdem er ein Alter von beynahe
80 Jahren erreicht hatte. Sein Nahme lebt aber in seiner schonen Schö-
pfung fort und diese ist das sprechendste Monument seines gemeinnützi-
gen Wirkens.
* Iankovich v. wadas, Nicol. Seine berühmte archäolo-
gische Sammlung wurde im Verlaufe des ungar. Reichstages 1336 von
den Standen für das National-Museum in Pesth um 125,000 Gul-
den C. M. angekauft.
Iansa, Leop., Mitglied der k. k. Hofcapelle und Professor der
Violine am Wiener Conservatorium der Musik, ist geboren zu Wil-
denschwert in Böhmen 1797. Bey dem dortigen Ortsschullehrer
erhielt er den ersten Unterricht im Singen, Violin-, Clavier- und
Orgelspiel; das letztere vervollkommnete er noch bey dem dortigen Organi-
sten. In Brunn studirte I. die Humanioren und die Philosophie. Er
verlegte sich mit rastlosem Fleiße auf die Violine, auf welcher er es auch
durch bloßes Selbststudium zu einer so bedeutenden Fertigkeit brachte,
daß er 1817 nach Wien ging, nur um sich noch mehr auszubilden. Wie
weit ihm dieses gelungen, geht daraus hervor, daß I. schon nach eini-
gen Jahren mit größtem Beyfalle in verschiedenen Concerten öffentlich
auftrat, und sein Nahme bald, nebst Maysed er und B ö hm, ehrenvoll
genannt wurde. Während dieser Zeit hörte I. die ersten 2 Jahrgänge der
Rechte, und gab Unterricht in der Musik. Er fühlte sich aber bald zur
letztern so hingezogen, daß er seine Studien aufgab, um sich mit unge-
theilter Aufmerksamkeit der Kunst zu widmen. Zu diesem Behufe nahm
er Unterricht bey dem verdienstvollen Eman. Förster im Generalbaß,
und in der Composition. Unter der einsichtsvollen Leitung seines Lands-
mannes und Freundes des damahligen Hoforganisten Worzischek ver-
folgte I. die bereits mit ausgezeichneter Virtuosität, betretene Bahn
im Violinspiel, und zeichnete sich durch starken kräftigen Ton und durch
Überwindung der größten Schwierigkeiten vor den meisten seiner Kunst-
brüder sehr vortheilhaft aus. 1823 folgte er einem vortheilhaften Rufe
als Kammervirtuose zum Grafen Brunsvik nach Ungarn, von wo
ihn das 1324 zugesandte Anstellungsdecret als Mitglied der k. k. Hof-
capelle, abrief. Seit dieser Zeit lebt I. unausgesetzt in Wien, zwi,
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie