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508 Raltcnbaeck. — Rayianer, die Grafen.
erhielt er im vaterlichen Hause, vollendete dieselbe dann als Zögling des
ausgezeichneten Conseroatoriums zu Prag ; frühzeitig begann er mit
eigenen Compositionen aufzutreten, die, obschon größtentheils im mo-
dernen brillanten Styl geschrieben, doch auch strenge Satzkenntniß ver-
rathen und sich durch effectvolle Instrumentirung auszeichnen. Die Zahl
seiner Compositionen, vorzüglich für Violine und Pianoforte, ist sehr
groß, besonders sind seine Concerte beliebt, die zwar einetnäußerst auf«
merksamen Vortrag erfordern, aber auch sehr glänzend und dankbar
sind. )
* Raltenbaeck, Ioh . Pau l , warß 1826 Ehrenmitglied der
beyden histor. Vereine des Ober- und Untermainkreises in Bayern. K.'s
österr, Zeitschrift consolidirt sich zusehends. Sie liefert bekanntlich viel
Gediegenes, und schreitet rüstig vorwärts.
* Raltenbrunner, Carl Adam. Von ihm ist der ^Nekrolog
des Fürsten Rud. Kinsky," Linz 1836. In einer histor. Tragödie: „Con-
stantin X I . , letzter griech. Kaiser" (5 Aufzüge mit einem Vorspiel:
Der Streit um die Krone) eb. 1836, behandelt K. den großartigen
Stoss einer verhängnißvollen Epoche, nähmlich des Unterganges eines
welthistorischen Reiches.
. Rattenleutgeben, langes niederösterr. Dorf im V. U. W. W.
mit 600 Einw. die sich größtentheils mit Kalkbrennen beschäftigen und
ihren Kalk nach Wien und Ungarn verführen. Die auf einer An-
höhe 1702 erbaute Pfarrkirche St . Iacob ist groß und schön. Hinter
der Kirche sieht man auf einer kleinen Erhöhung über der Eiswiese ein
19 Fuß bohes Kreuz, welches 1334 die Grafen Th addäus Am ade
und Carl Eszterhazy in Folge eines beym Ausbruche der Cholera
in Wien gethanen Gelübdes errichten ließen.
Randler, Franz Sales, k.k. Artillerie HauptzeugamtS-Con-
cipist, geboren zu Klosterneuburg, war der Sohn eines dortigen
Schullehrers, kam dann als Hofsangerknabe in das k. k. Convict nach
Wien, wo er auch seine höhern Studien absolvirte. Er trat dann in
k. k. Staatsdienste beym Hofkriegsrath und wurde nach einigen Jahren
nach Venedig, Ma i land lc. übersetzt. Diese Gelegenheit benutzte
er vorzüglich, Italien in musikalischer Hinsicht genau kennen zu lernen.
Er machte die Reise nach Rom und Neapel und kam 1826 wieder
in seinerAnstellung nach Wien, zurück. Um sich nach einer Krankheit,
und sehr schmerzhaften Fußoperation herzustellen, ging er Anfangs Sept.
1831 nach Baden, nächst Wien , starb aber dort schon am 26. des-
selben Monaths. Von ihm erschien gedruckt: Über Hasse, dessen Leben
und Werke. - Über den Musikzustand in Rom und Neapel, in meh<
reren Zeitungen gedruckt. — Mehrere Aufsätze, Biographien :c. in der
Wiener musikal. Zeitung. — Ehrenspiegel der k. k. Armee, Wien 183l.
— Deutsche Übersetzung und Bearbeitung des großen Baini'schen
Werks „Über Palestrina« (vom Hofrath Kiese w ett er ^s. d.^ nach
K.'s Manuscript herausgegeben), Leipzig 1836.
* Rayianer, die Grafen, sind mit dem Grafen Ios. v. K. am
11. Dec. 1622 im Mannesstamme erloschen.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie