Page - 512 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Volume 6
Image of the Page - 512 -
Text of the Page - 512 -
512 Rirchliche Topographie. — Ritaibel.
einem steilen Felsenvorsprunge die uralte Veste P ernste in, welche noch
gut erhalten ist.
^ Nirchliche Topographie. 1836 sind davon der 13. und 14.
Band erschienen. Jener enthalt das Stift Neukloster und die Ci-
sterzienserinnen in Wien; dieser das Salzkammergut mit den nahe lie-
genden Pfarren des Stiftes Kremsmünster.
* Risfaludy, Carl v. Eine Gesammtausgabe seiner Schriften
besorgt von Dr. Franz Schedel (Toldy) erschien 1831 zu Ofen
in 10 Banden.
* Ritaibel, Paul, Dr. der Arzneykunde, öffentl. ordentl. Pro,
fessor der Chemie und Botanik, Prosenior der medicin. Facultät und
Präfect des botanischen Gartens an der Universität zu Pesth, Mitglied
der gelehrten Gesellschaften zu Göttingen, Ber l in , Jena, Re-
gens bürg, Moskau:c., warben 3. Febr. 1757 zu Matters dorf
lm Odenburaer Comitat geboren. Die Anfangsgründe und Humanioren
hat er in Oden bürg, die philosophischen Studien zu Raab, die
medicinischen in Ofen 1780—84, und zwar diese mit so viel Erfolg
zurückgelegt, daß er als Studirender des 4. Jahres zum Adjuncten der
Professur der Chemie und Botanik mit 400 Gulden Gehalt ernannt
wurde. Den 5. Jan. 1785 bestand er die Prüfungen und wurde den 24.
Aug. zum Doctor creirt. Sem ganzes Leben war den Wissenschaften
und Forschungen gewidmet; die Heilkunde übte er practisch nie aus.
Seiner wissenschaftlichen Neigung konnte er desto anhaltender nach-
hängen, als er schon 1786 eine Wohnung im botanischen Unioersi-
tätSgavten erhielt, in dem er bis an sein Ableben blieb. Dort beschäftigte
er sich ausschließlich mit der Pflanzenkunde UzNd mit der Analyse der vie-
len mineralischen Wasser des Vaterlandes. 1792 bereiste er Croatien bis
Fiume in botanischer und geognostischer Hinsicht. Im Iuly 1793
wurde ihm die Correpetition mit Pharmaceuten, aber bald im September
die Analyse der mineralischen Wasser aufgetragen. 1794 erhielt er den
Auftrag, auf Kosten des Universitatsfondes, ganz Ungarn zu bereisen
und in botanischer Hinsicht zu beschreiben, zugleich aber auch alle Mine-
ralquellen nach und nach zu prüfen. Diese Bereisungen setzte er bis
1817 fort. 1802 erhielt er die Professur der Chemie und Botanik mit
dem Gehalte von 1,200 Gulden. Als 18l1 die Chemie und Botanik
jede besonders einem eigenen Professor zugetheilt wurde, blieb er Präfect
des botanischen Gartens, und 1814 wurde sein Gehalt auf 2,000 Gul-
den erhöht, und ihm die Vorlesungen über die Botanik aufgetragen.
Aber seine Bereisungen und sonstigen Beschäftigungen hinderten ihn dar-
an, so, daß er von 1802 an bis an seinen Tod nicht eine einzige
Stunde als Professor docirte. 18l6 wurde er mit seinem ganzen Gehalt
jubilirt und starb den 13. Dec. 18l8. K. gehörte unter die Vertraute-
sten der Natur, unter die bestunterrichteten Geologen Ungarns, und
unter die wenigen Literatoren, die durch Geist, Geschmack, gründlich«
Kenntnisse und verdienstvolle Arbeiten mit ihrem eigenen Ruhm zugleich
die Ehre ihreS Vaterlandes auch im Auslande geltend machten. Sein
Leben bildet die Epoche, welche in naturhistorischer Hinsicht das erste
hellere Licht über das Königreich Ungarn zu verbreiten ansing. Er ent-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie