Page - 518 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Volume 6
Image of the Page - 518 -
Text of the Page - 518 -
5lß Ropey. — Ropitar.
* Ropey, Wenzel Gustav Edler v., ward 1836 Ritter
des Leopold? Ordens.
* Ropitar, Bartholom. Von diesem ausgezeichneten slavisti-
schen Geehrten erschien (Wien) 1836: (^laxolita (^lcixianug, !ä est
doclicis (^la^ollUci iiNer »nu» fgcil« anNquissiini zupparizque ad
ininimum exaraw an. 1057 cuäici C^illiano (>5trc)mirj I^ovi,.
ßr.^ < .^, 5r2ßM6lllum ful. XI I meml)s., »erviltum in dikliolk, (^0-
mn. ?arilU5 Clnx ^riäentini: liefernd: 1) Einen gedrängten Aus-
zug aus D 0 b ro ws k y's aüslavischer Grammatik, aber in Folge neuer
Quellen von Grund aus richtiger orchographirt; 2) den ersten Versuch
eines eben so kritischen Lexicons nach den ältesten Quellen; 3) aus dem
ältesten glagolitischen Codex, 94 Seiten altslavischen Textes als Chre-
stomathie, mn kritischem Commentar, griechischem Original und wört-
licher latein. Übersetzung des slavischen Terles; 4) sammr einer histo-
risch-philologischen, eine kritisch-commentine Ausgabe der uralten Ca-
rantanischen Münchener Denkmälerund den ältesten slavischen Kalender
mit enthaltender Einleitung, und 5) 2 Kupfertafeln ron beyderley sla-
vischen Alphabet- und Handschriftenmustern. Von diesem höchst merkwür-
digen Werke, der Frucht gediegener Gelehrsamkeit, überreichte K. dem
Kaiser ew Exemplar auf Pergament, und erhielt als Anerkennung eine
goldene Dose. Ein zweytes Exemplar auf Pergament stiftete Graf
Cloz in die Vaticana. (^laßulita (Iloxianus wurde von allen Sach-
kundigen als epochemachend für die Urgeschichte der slavischen Literatur
sowohl als für die Kirchengeschichte Österreichs ausgezeichnet günstig em-
pfangen, wie dieß viele in- und ausländische gelehrte Blätter bezeugen.
Der (^!28<Ma beweist neuerdings, daß K. nicht nur als Slaoist (worin
er nach Grimm's Ausspruch allen lebenden Slavisten vorausgeht), son-
dern auch in der übrigen europäischen Literatur, nahmentlich in der grie-
chischen und lateinischen Philologie, als Bibliothekar in der Bibliogra-
phie und als österr. Gelehrter über Neugriechisch, Walachisch und Alba«
nisch als volldürtiger Votant und Mitsprecher anerkannt ist. Das Re-
sultat der Prolegomena znm (^lagolita (^loxianus ist eben so patriotisch
als historisch wichtig. K. beweist unumstößlich, daß die slavische Kirchen-
sprache, deren sich bis auf diesen Tag 40 von den 60 Millionen Slaven
sowohl des morgen- als des abendländischen Ritus bedienen, nach dem
österr. Pannonien zu Hause gehört; denn vom Plattensee aus habe der
in Rom selbst zum pannonischen und mährischen Erzbischofe geweihte
heil. Methudius 370 sie zur liturgischen Sprache erhoben, mir so
allgemeinem enthusiastischen Beyfalle vom schwarzen bis zum adriatischen
Meere, daß die Slaven zwar nach 30 Jahren ihrem von den Ungarn ver-
ödeten Vaterlande Pannonien den Rücken kehrten, jene Sprache jedoch
um so eifriger bey den, von den Magyaren unberührten Slaven in der
Bulgarey, in Serbien und Croatien sich fortbehauptete, von 983 an
auch nach Rußland sich verbreitete, und, wie gesagt, noch heute die
gottekdienstliche Sprache von 2 Drittheilen aller Slaven ist. Ihr Ursprung
und ibre Heimath aber ist, wie wir nun durch K. wissen, das österr
Pannonien. — In Folge des (^«l i ta habeu sich K. die Akademien
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie