Page - 529 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Volume 6
Image of the Page - 529 -
Text of the Page - 529 -
Lamberg, das Geschlecht. 529
Decan zuR eu t l i n g en verstorben), damals Pfarrer war. Dererstedie-
ses Geschlechts war Ia tob K., 1543 als Burggrafenamtsverweser zu
Nürnberg vom Kaiser Ferdinand in den Adelstand erhoben. Be-
schränkter Vermögensverhältnisse wegen, kam K. bereits in seinem 16.
Lebensjahre auf das Comptoir der Bodmer'schen Kattunfabrik zu Gro-
ßen ha in in Sachsen. Mit besonderer Vorliebe für die Wissenschaften
suchte er hier neben den mercantilischen auch den chemischen Theil des
Geschäftes sich eigen zu machen, und brachte es durch seltenen Fleiß da-
hin, daß er fast bloß durch Selbstunterricht und obne alle Schulkennt-
nifse gebildet, bereits im 20. Lebensjahre an Hermb stadt's Journalen
und Magazinen ein eben so fleißiger als tüchtiger Mitarbeiter wurde,
die das bis dahin dunkle Gebieth der Druck- und Farbekunst durch die
Fackel der Chemie erleuchten halfen. Durch eine lange Reihe von Jahren
ausgezeichneter Mitarbeiter aller bessern deutschen technischen Journale
im Fache des Bleichwesens, der Druck- und Färberey, besonders seit
einem Aufenthalte zu Augsburg, 13!6 bey der Begründung der
Dingter'schen Magazine und des polytechnischen Journals sehr tba'tig,
gab er mit diesem gemeinschaftlich 1818 B a n kr o ft's englisches Färbe-
buch, 2 Thle., mit sehr schätzenswerthen Anmerkungen heraus. Auf ähn-
liche Art bearbeiteten beyde 1824 Yital i 's Grundriß der Farbekunst,
welche beyde Werke jetzt noch die gründlichsten und besten dieses Faches
ßnd. In der Encyklopädie von E rsch und Grub er trat K. ebenfalls
indem genannten Fache mit mehreren Artikeln auf, die ihn als den er-
sten Theoretiker und Practiker seines Faches in Deutschland charakterisiren,
und ihm nebst der Ehrenmitgliedschaft mehrerer Industrie-Vereine bereits
1823 von der staatswissenschaftlichen Facultät der Universität Lands-
hut das Doctordiplom erwarben. Vor seinem Abgänge von Augsburg
erschien von ihm 1331: Die Kunst zu bleichen, ein Werk das seinem Um-
fange und seinem Inhalte nach Alles umfaßt und erschöpft, was man bis-
her in diesem wichtigen Zweige der technischen Chemie weiß. Seit 1832
befindet sich dieser geniale Techniker im österr. Kaiserssaate, wo er als
Dirigent der großen Kattundruck-Manufactur der Brüder Po rges zu
Prag Erzeugnisse liefert, die im eigentlichsten Sinne durchaus als
Muster der Druck- und Färbekunst betrachtet werden.
lamberg, das Geschlecht. Franz Phi l ipp Gras v. L.
wurde den 26. März 1836 zum Ehrenmitgliede der k. k. Akademie der
bildenden Künste in Wien , jedoch mit der, von dem Curator und dem aka-
demischen Rathe angetragenen und mit kaiserl. Entschließung vom 10. Febr.
desselben Jahres genehmigten Berechtigung ausgerufen, daß dieser Ehren-
titel für alle künftigen Zeiten erblich auf das jeweilige Haupt der gräf-
lichen Familie L., als eine bleibende Auszeichnung, die bisher für Nie-
vesterr.Nat. ssncykl. Vd.VI. 34
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie