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Lambrecht, St. — Landau.
mand noch Statt gefunden hat, übergehen solle, um dadurch die leb-
hafteste Dankbarkeit in hehrer Weihe zu beurkunden, von welcher die
k. k. Akademie der bildenden Künste gegen ihren verstorbenen hochver-
ehrten Präses, den Grafen Ant. Lamberg (s. d.) für dio ihr
als Eigenthum großmüthig hinterlassene gewählte, reichhaltige und kost-
bare Gemäldesammlung, durchdrungen ist. (Vergl. Akademie der
bildenden Künste, im Art. Akademien.)
* Lambrecht, St. Dieses Stift ist zwar 1786 von Kaiser
Joseph I I . aufgehoben, aber 1802 von Kaiser Franz I I . auf Ver-
wendung der Königinn beyder Sicilien Caroline wieder hergestellt
worden. Seit der Restauration ist der am 2. Iuny 1835 erwählte Prä-
lat I o a ch i m S u p p a n, geb. zu Orätz den 23. Oct. 1794, vorher
Professor der Physik zu Görz und Innsbruck, der dritte Abt. Der
dermahlige Stand beläuft sich auf 55 Mitglieder.
Lambro, Fluß in derLombardie, entspringt aus den Bergen,
die zwischen den beyden Ästen des Comersees gelegen sind, geht durch
Manza und Melegn a n o im Mailandischen, bewässert die Provinz
Lodi, berührt das Dorf Salerano, dann S. Angelo und S. C o-
lombano und mündet sich in der Nähe von Mezzano, einem klei«
nen Dorfe der Provinz Lodi, in den Po.
Landau, Kzechiel, wurde geboren inBrody 1713, war Ober-
rabbiner in Prag und einer der gelehrtesten und scharfsinnigsten Talmudi-
sien, dessen Aussprüche im jüdischen Ritualgesetze nicht nur in sei-
ner Diöcese galten, sondern auch in vielen andern Iudengemeinden
als competent anerkannt waren; der auch andere ihm vorgelegre Streit-
fragen ftwohl in theoretischen Lehrsätzen als practischen Fallen in Rechts-
und Glaubensangelegenheiten mit glänzendem Geiste zu entscheiden wuß-
te und dessen Ruf sogar bis ins Morgenland drang, daher er auch von
der hohen Schule der Rabbiner jzu Ierusa lem zur Auflösung sublimer
rabbinischer Zweifel beygezogen wurde. Durch einen Zeitraum von 60
Jahren leitete er die geistlichen Angelegenheiten der Juden in Böhmen,
deren letzter Oberrabbiner er war. In einem Lande, zu einer Zeit, in
Umgebungen herangebildet, wohin das Licht der Aufklarung noch nicht
gedrungen, stand er als Gegner Mendelssohn's, starr das Alte fest-
haltend, gegen aNe Reformation Blitze schleudernd, an der Spitze der
gegen die Verbesserung seiner Glaubensgenossen eifernden Faction. Im
Druck sind von ihm erschienen: Zelach, Prag 1785, (Erklärungen über
einige Tractate des Talmuds.) — Dagol Mirwaba, eb. 1794, (Be-
merkungen zum j^d. Codex.) — Doresch kezion (Predigten), eb. 1830.
Sein Hauptwerk in der talmudischen Literatur, ausgezeichnet durch Erudi-
tion und Scharfsinn, ist: Noda bije huda, 2 Thle., eb. 177ö. Dieser
merkwürdige Mann starb 1793 zu Prag. — Unter seiner zahlreichen
Fannlle sind zu erwähnen sein Sohn Samuel, durch längere Zeit
emer der Rabbiner in Prag, geb. 1752, gest. 1834, der die nachgelas-
senen Schnften seines Vaters edirte und auch mit einigen Glossen be-
gleitete; dann sein Enkel Moses L., Inhaber einer orientalischen und
occidentallschen Buchdruckerey in Prag, israelitischer Schulaufseher
und Gemeindevorsteher, Herausgeber des
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie