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Lecluse. — Lehengerichte. 533
L. dort für immer in dankbarem Andenken verbleiben wird. Welche el>
folgreiche Thätigkeit er in dem Zeitraume vom 1. Jänner 16l4 bis zum
Iß. Oct. 1318 als Commandirender im Venetianischen an den Tag leg-
te, davon waren das silberne Civil-Ehrenkreuz, und der Orden der
osterr. eisernen Krone 1. Classe, mit denen ihn der Monarch am 18.
Iuny 1815, dann am 16. Februar 1816 schmückte, die sprechendsten
Zeugen. Am 26. Oct. !8l8 zur Übernahme deS ihm schon am l9. Aug.
18! 1 mit Vorbehalt des Antrittes verliehenen Präsidiums bey dem k. k.
allg. Militär-Appellationsgerichte nach Wien berufen, gab er sich ganz
der Erfüllung der Pftichten dieses Amtes hin, und erwarb sich auch auf
dem Felde der Themis so hohe Verdienste, daß ihn Kaiser Franz am 3.
Aug. 1826 zum Capitän-Lieutenant der k. k. Arcieren-Leibgarde ernann-
te, und ihn endlich am 2. Iuly 1833, als er auf sein eigenes Ansuchen
des Vorsitzes bey dem k. k. Militär.Obergerichte entbunden wurde, zu
der höchsten Militärwürde eines General-Feldmarschalls erhob. Diese sel-
tene Auszeichnung, das ehrende Vertrauen des Monarchen und das Be-
wußtseyn, durch 70 Jahre seine Berufspfiichten im edlen Wirken treu
erfüllt zu haben, erheiterten den Abend seines Lebens, von welchem er
im hohen Greisenalter, 83 Jahre alt, einem untergehenden Glanzsterne
gleich, am 5. Oct. 1835 allgemein betrauert schied.
Aecluse, lharles de, (latinisirt (^1u8iu8), war geboren zuArras
den 19. Febr. 1526. Nachdem er in Gent und Löwen die Rechte stu-
diert, lebte er in Marburg und Wittenberg. In letzterer Stadt bil-
dete sich zwischen ihm und Melanchthon ein Band der Freundschaft.
Eich der Medicin und Botanik zu widmen, begab sich L. nach Montpel-
lier. Nach vollendeten Studien lebte er theils in seiner Heimath, theils
in Paris, Löwen und Augsburg. Aus botanischem Antriebe bereiste
er dann Spanien. Hierauf ging er nach England. Daselbst erhielt er von
Maximilian I I . eine ehrenvolle Einladung nach Wien. Hier war
er 14 Jahre lang Director der kais. Gärten, während welcher Zeit er
zweymahl nach England reiste. In Wien besaß er ein anständiges Haus
vor dem Schottenthore. Er war bey Hofe hoch angesehen, wurde allent-
halben ausgezeichnet, und konnte ein fast unabhängiges Leben führen.
Dennoch, 1583, entsagte er seiner Anstellung, verieß Wien, brachte
dann 6 Jahre zu Frankfurt zu, und lehrte zuLöwen Botanik bis zu seinem
am 4. April 1609 erfolgten Tode. Um diese Wissenschaft hat er außeror-
dentliche Verdienste, wie z. B. vor ihm Niemand so viele Pflanzen gesam-
melt hatte, und seine Schriften classischen Werth haben, unter Anderm
hinsichtlich Ungarns. Selbe sind: kariorum plantarum l i i
Antwerpen 1601. — Nxoticoi-um iibri X., eb. 1605. — durae
5terl«r65, eb. 16l1.
* Lederer, Ios. Freyh. v., war geboren 1772 und starb den
31. März13l2.
* Lehengerichte. Wegen der künftigen Verwaltung der Gerichts-
barkeit über die sogmannten deutschen, von der Krone Böhmens abhangi-
gen Lehen und deren Besitzer, wurden mit kaiserl. Entschließung vom 3.
Iuny 1825 nachfolgende Bestimmungen erlassen: 1) Das böhm. Ap-
pellationsgericht wird nunmehr von der demselben bisher ausnahms-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie