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Lobkowiy, d. Fürst. — Lobkowitz, d. Fürst. A. L. v/ Bibl. 5«
über die nähern Bestimmungen vom Erfolge der Verhandlungen abhän-
gen / welche mit den betreffenden Regierungen rücksichtlich der verschie-
denartigen Sanitats-Verordnungen angeknüpft worden sind/ nach de-
ren Beendigung der festgesetzte Gang der Dampfschifffahrt zur allgemei-
nen Kunde gebracht werden wird.
* Lobkowiy, die Fürsten. Ferdinand Fürst v. L. erhielt im
Sept. 1836 den Orden des goldenen Vließes. Dem Fürsten August
Longin v. L. wurde im Sept. 1326 das Oroßkreuz des Leopold-
Ordens ertheilt; auch ward er im nähmlichen Jahre Ehrenmitglied
der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Lobkowiy, desFürsten August Longin v., Bibliothek in
Prag. Diese ist eine der vorzüglichsten großen Büchersammlungen
Prag's. Ihre eigentliche Begründung veranlaßte August Ios. Fürst
v. Lobkowitz, welcher nach dem Tode des Grafen Procop v.
Czernin, dessen werthvolle aus mehreren tausend Banden bestehende
Büchersammlung an sich kaufte, und selbe mit seiner Hausbibliothek,
welche auch eine bedeutende Zahl auserlesener Bücher enthielt, ver-
einigte. Sein Sohn, Ant. I s ido r Fürst v. Lobkowitz (s. d.),
in Wissenschaften und Künsten allseitig gebildet, ließ sich nach dessen
Tode (1803) die Forlführung und Bereicherung seiner Bibliothek, keine
Kosten scheuend, auf das beste angelegen seyn. Derselbe erkaufte nach
dem Absterben Dr. I oh . Ant. Putzlacher's, Landesadvocaten und
Universitats-Syndicus, dessen nachgelassene bedeutende Büchersammlung/
welche nebst sehr werthvollen Werken in allen Fächern des Wissens noch
insbesondere für vaterlandische Geschichte und Literatur äußerst schätzbare
alte Handschriften und seltene Druckstücke enthielt. Nebst diesem großen
Ankaufe geschahen noch fortwahrend parthienweise Ankäufe kostbarer
Werke bis zu dieses Fürsten 1819 erfolgtem Absterben. Ihr gegenwärtiger
Besitzer für alles Gute und Nützliche innigst beseelt, setzt unermüdet
das Sammeln seltener und schätzbarer Werke fort. Er erkaufte 1831
von der, nach dem Tode des abgeschätzten Franz Grafen v. S te rn -
berg - Man dersch eid (s. d.) nachgebliebenen äußerst werthvollen
Bibliothek Dreyviertheile, worunter die meist auf Pergament geschrie-
benen Codices durch Alter, Inhalt und Schönheit ausgezeichnet sind.
Vorzugsweise mit großen Seltenheiten wurde die Bibliothek durch den,
1835 geschehenen Ankauf der nach dem Tode des k. k. Rathes und Profes-
sors der Rechte, Dr.Mich. Schufter(s. d.), zurückgebliebenen kostbaren
Büchersammlung von griechischen und römischen Claffikern, alten Hand-
schriften und Incunabeln bereichert, über welche in Prag 1834 ein ge-
druckter Catalog erschienen ist. Obwohl sich nun das Ganze über alle
Zweige der Wissenschaften und Künste hin verbreitet, so sind doch die
Fächer der Historie überhaupt, als insbesondere auch der vaterlandi-
schen, nebst allen ihren Hülfswissenschaften, und jenes der Philolo-
gie am reichhaltigsten darin ausgestattet. Erstere enthält nicht nur sehr
schätzbare Werke für den Liebhaber, sondern auch vorzügliche Quellen-
Werke für den eigentlichen Forscher. Letztere umfaßt das classische Al-
terthum in den brauchbarsten, seltensten und schönsten hollandischen,
englischen, französischen und italienischen Alttgaben. Für das Sprach-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie