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Märton.— Mascher.
tett, eilte auch M. durch eine von Jugend auf gehegte Liebe zu den Wis-
senschaften angezogen, dahin, und war so glücklich die Stelle eines
Adjuncten der jurid. Facultat an der Landesuniversität (damahls zu
Tyrnau) zu erhalten. Als solcher unterzog er sich den strengen Prü-
fungen aus sämmtlichen Rechten mit solchem Erfolge, daß er 1776 die
Würde eines Doctors der Rechte erhielt. Noch im selben Jahre wurde er
zum Professor des Natur-, allgemeinen Staats- und Völkerrechts, so
wie auch des ungar. Staatsrechtes in Raab ernannt; diese Stelle
versah er mit solchem Eifer und Ruhm, daß Mar ia T h eresia 1730
die durch Lakits's Beförderung an der Landesunioersität erledigte Lehr-
kanzel des Kirchenrechts ihm ohne sein Ansuchen verlieh. Auch dieses in
damahligen Zeiten besonders schwierige Lehramt versah er durch vMe
26 Jahre mit solcher Umsicht und Thätigkeit, daß er sich den Beyfall
aller Parteyen, den Ruf eines der berühmtesten Lehrer der neuaufblü-
henden Hochschule inPesth, die Achtung seiner Collegen und die Liebe
seiner Hörer in hohem Grade erwarb. Zur Belohnung seiner Verdienste
wurde ihm von Joseph I I . eine Personalzulage, von Leopold I I .
1791 der ungar. Adel und 1802 von FranzI . die Würde eines königl.
Rathes verliehen. Achtmahl bekleidete er das Amt eines Decans der Ju-
risten-Facultat, und zweymahl das eines Universitäts-Rectors. 1806,
als er das schwierige Amt eines Lehrers wegen Schwäche der Gesundheit
nicht mehr versehen konnte, wurde er zum ref. Assessor der Studien-
Commission zu Ofen ernannt, und ihm auch die Direction der Uni-
versitäts-Buchdruckerey übertragen, welche beyden Ämter er bis 1330
versah, in welchem Jahre er von letzterem auf sein Ansuchen mit einer
Personalzulage ehrenvoll enthoben wurde. Ersteres jedoch bekleidete er
bis an sein Lebensende, welches am 23. Iuly 1332 in seinem 32. Jahr
zu Pestb erfolgte. Aus der großen Anzahl seiner Schüler erreichten
mehrere die höchsten Würden in Staat und Kirche, und er genoß in
hohem Alter die Freude, an der Spitze der katholischen und orientalischen
Kirche in Ungarn, und jener Universität, deren Ruhm und Flor er
über ein Vierteljahrbundert seine Kräfte widmete, seine Schüler zu
sehen, (Rudnay, S t ra t im i rov ics , Cziräky). Außer mehreren
schätzbaren Monographien über einige Gegenstände des Kirchenrechts er-
schien von ihm in Druck: Diäsei-tatio inau^uraliä (ie soiNit)U5 ^suris
ImnAai-ici, Tyrnau 1776. — ki-incipia »luriä ecclesiaztici Reßni
Nungariae, Ofen 1786. — An der Vollendung seines großen das ge-
sammte Kirchenrecht umfassenden Werkes wurde er durch seine vielfäl-
tigen Berufsgeschäfte verhindert, und es blieb im Manuscript un-
vollendet.
* Märton de Mand, Ios. Von seiner ungar. Sprachlehre
für Deutsche erschien (Wien 1836) die 3. Auflage, nach einer leichtfaß,
lichen Lehrmethode ganz umgearbeitet und verbessert.
* Maschek, v inc . , Musikdirector an der Kleinseitner Haupt-
pfarrkirche zu St . N ic las und der Stiftskirche zu St . Thomas in
Prag, wargeboren zu Zwikowetz im PilsenerKreise Böhmens, den
5. April 1755, und starb in Prag am 15. Nov. 1331. Im 7. Jahre
seines Alters kam M. als Sängerknabe in das Cisterzienserstift Plaß.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie