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selbst für jeden Liebhaber zu geben bereit ist. Zu dieser mündlichen Un-
tenichtsertheilung beabsichtigr der Erfinder eine eigene Einladung heraus-
zugeben, unter dem Titel: Messungslehre der successiven Lebens-Enk
wickelungsgrößen aller guten und bösen Geister in ihren Wirkungs-
steigerungen aus der Minderjä'hrigkeits-Gradleiter durch die Stufen-
leiter der Volljährigkeit bis zum Urtheils-Abschluß der ewigen Vergel-
tung; mit beygefügtem Maßstabs-Prisma aller guten und bösen Ideen-
wirkungs-Entwicklungen. Dieses Manuscript ist ein gemeinfaßlicher
Auszug aus allen 3 Bänden der Totalgrundmathesis.
Mi t is , I gn . Edler v., geboren am 4. May 177l zu Wien,
ist der Sohn des einstmahligen Hofrathes der k. k. Hofkammer in Münz-
und Bergwesen, Ferd. Edlen v. M., und genoß seine erste Erziehung
im Lowenburg'schen Convicte zu W ien , woselbst er von der Kaise-
rinn Mar ia Theresia schon 1773 einen Stiftplatz erhielt. Als nach
dem Tode der Kaiserinn Joseph I I . befahl, daß all^ kaiserl. Stift-
linge aus der Civil- in die Militär-Erziehung übertreten sollten, und
M. dieCioillaufbahn zu verfolgen beabsichtigte, kehrte er in das väterliche
Haus zurück, erhielt aber in Kurzem ein kaiserl. Stipendium in der
Theresianischen Ritterakädemie, welche sich damahls im aufgehobenen
Kloster St . Barbara befand und unter weltlicher Leitung stand. Der
zu jener Zeit bestandenen Einrichtung gemäß, legte M. die höheren
Studien als Zögling dieser Anstalt auf der Wiener Hochschule zurück/
und erhielt nach vollendeten Rechtsstudien 1793 die Stelle eines Aus?
cultanten bey dem k. k. niederösterr. Landrechte. In dieser Eigenschaft
trat er bey dem bestandenen Aufgebothe 1796 zu dem von den österr.
Standen errichteten Freycorps ein, und verließ 1797 seine Laufbahn
als Staatsbeamter, um sich dem Studium der Cbemie zu weihen. Er
errichtete in Verbindung mit seinem Vater eine Fabrik chemischer Pro-
ducte zuKirchb erg am Wechsel im V. U. W. W., welche sich durch
neue Farbenproducte und besonders durch die Erfindung eines höchst aus-
gezeichneten Farbematerials, des arseniksauren Kupfers, welches unter
der Benennung Miris-Grün allgemein bekannt ist, bald einen ausge-
breiteten Ruf erwarb und einen reichlichen Gewinn abwarf. Nach dem
Tode seines Vaters 1312 setzte M. den Betrieb seiner Fabrik allein
fort, bis ihn die ungünstigen Zeitverhältnisse 1813 zwangen, dieselbe
gänzlich aufzugeben. M. führte wahrend jener Zeit auch die Oberleitung
über sämmtliche Fabriken und Bergwerke, welche der durch sein rühmli-
ches Bestreben für die verschiedensten Industriezweige und insbesondere
für den Donau-Schiffbau hochverdiente e. k. geh. Rath, Theodor
Graf v. Ba t thyany , in Osterreich, Steyermark, Karnthen und
Ungarn besaß. Durch die Ernennung zum Ausschußrathe der niederösterr.
Stande, welche schon 1816 erfolgte, trat M. wieder in Verbindung
mit der Staatswirthschaft und wirkte in dieser Eigenschaft thatigst für
das Wohl des Landes. 1323 faßte M. den Entschluß, eine Actiengesell-
schaft zur Errichtung einer Kettenbrücke über die Donau zu gründen,
und es gelang seiner unermüdeten Thätigkeit schon 1824 dieser Plan
durch die Errichtung der ersten Kettenbrücke über die Donau, nähmlich
der Sophienbrücke, welche die Vorstadt Landstraße mit dem Prater ver-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie