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582 Mohs. — Moro.
^ MohS/ Hriedr. Von seinem Werke: Anfangsgründe der Nae
turgeschichte des Mineralreiches, erschien 1836 zu Wien eine 2. verm.
Auflage; indeß der I. Theil. — M. wird nun als k. k. Bergralh bloß in
der außerordentlichen Dienstleistung bey der k. k. Hofkammer in Münz-
und Bergwesen verwendet, und ist von der Professur ganz abgetreten.
* Mol l , Balthasar Ferd. Einesseiner spatesten Werke ist die,
gegenwärtig im kais. Privatgarten nächst der Burg (früher im scgenann,
ten Paradiesgärtchen) aufgestellte Reitelstatue des röm. Kaisers FranzI.
aus weichem Metall.
Moro, die Brüder Ritter v., Firma der ausgezeichneten
Feintuch-und Casimir-Fabriten zu Klagenfurt und Viktr ing.
Nächst den Bley- und Eisenbergwerks - Producten, sowie den Stahl- und
Eisenerzeugnissen, dann der berühmten freyherrl. H erbert'schen Bley«
weiß-Fabrikation, ist unstreitig die obige bestens renomine Fabrik eine
der wichtigsten industriellen Etablissements Kärnthens. Sie erzeugt jähr-
lich bey 24,000 Ellen extrafeines und feines Tuch und Casimir in einem
Werthe von 200,000 Gulden. Die Fabriksinhaber erbauen dieKrappwur«
zel für den eigenen Bedarf in hinlänglicher Menge. Sie befördern den
Kardendistelbau, und wirken auf die allmähliche Ausbreitung feinwol-
liger Schafe durch billige Abnahme dieser Artikel im Lande. Sie liefern
vorzugsweise das weiße Tuch für die Offiziers-Uniformen, und alle fei«
nen Egalisirungstücher für die österr. Armee. Franz Anton, Tho-
mas und Eduard von M. sind ausgezeichnete Mitglieder der ka'rnth«
nerischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues und der Industrie.
Von ihnen erschienen bereits sehr interessante Aufsätze in den Blattern
diesem Gesellschaft, über den Krappbau und die Qualisication der Krapp-
wurzel als Färbemateriale, über den Runkelrückenbau, und dieZncker<
fabrikation aus selben, wovon ihnen die Ehre gebührt, diese Fabrikation
zuerst in Karnthen glücklich versucht, und somit die Erfahrung für die
praktische Durchführung dieser so wichtigen Erfindung für Karnthen ge-
macht und ins Leben gerufen zu haben. Von wissenschaftlichem Interesse
sind nicht minder ihre landwirthfchaftlichen Abhandlungen, überdenWerth
des Heues und Grummets, dann der Futter-Surrogate aus Krautrüben,
Runkelrüben, ;c. in Bezug auf Mästung und Milcherzeugung,
welche auf sehr genaue comparative Versuche gegründet sind, deren Ge-
nauigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Überdieß erzeugen die Brüder
M. auch das für die Runkelrüben-Zuckerfabrikation nöthige Spodium,
und betreiben einen Braunkohlen^Bergbau, welcher seit Kurzem ange-
. fahren wurde. Ihnen gebührt das Verdienst den verbesserten Zug-
meyer'schen privilegirten Pfiug im Lande verbreitet zu haben, und zu
allen wichtigen reellen Verbesserungen im Lande mit Rath und That kraf-
tig mitzuwirken, wozu ihre Talente, ihre Kenntnisse in Bezug auf
Chemie und Mechanik, ihre gesammelten Erfahrungen auf Reisen im Aus-
lande errungen, ihre stete Fortbildung durch das Studium der neuesten
Erfindungen Mittel und Gelegenheit geben, dem Geburtslande, welchem
sie innig anhängen, nützlich zu werden. Die Landwirthschafts-Gesell-
schaften von Wien, Grätz und Laibach haben sie zu ihren Mitglie-
dern gewählt. Andreas Ritter v. M. machte sich verdient durch die
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie