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Morzin, die Grafen. —. Msseno. 563
Übernahme d«r Inspection bey der wechselseitigen Brandschaden-Ver-
sicherungsanstalt von Innerösterreich für die Provinz Kärnthen, welche
Stelle ebenso das wohlverdienteVertrauen bezeichnet, als wirkliche Auf-
opferung für das allgemeine Beste erheischt. .
MorziN/ die Grafen, ein altadeliges, gegenwärtig in'Böh-
men ansässiges Geschlecht, das seinen Ursprung noch aus den Römerzei-
ten herschreibt und anfänglich Maurus geheißen haben soll. Urkundlich
bekannt erscheint zuerst An se l m Maurus, der 1480 als Commandant
von Grätz diese Stadt auf das heldenmüthigste gegen die Türken ver-
theidigte. Sein Wapen, in welchem er einen Mohren führte, wurde deße
halb durch silberne Mauern mit Zinnen vermehrt, und er nahm nun den
analogen Nahmen Morzinan, den seine Nachkommen fortan beybe«
bielten. Ioh. Rudolph v. M. war unter Kaiser Ferdinandll.
kaiserl. Feldmarschall. und leistete in dem Religionskriege so wichtige
Dienste, daß er sammt seiner Nachkommenschaft 1632 in den Reichsfrey-
herrnstand erhoben wurde, 1634 das Incolat in Böhmen und 1636 auch
die Reichs- und erbländische Grafenwürde erhielt. Er starb kinderlos 1646
und hinterließ seine ansehnlichen Besitzungen seinem Bruder Paul, der
ein Majorat stiftete und die Familie weiter fortpflanzte. Gegenwärtiger
Standesherr ist Rud. Graf v. M., geb. den 13. März 1801. Dessen
Oheim Peter Grafv. M., geb. 1770, ist Ritter des würtemb. Militar-
Verdienst-Ordens, Feldmarschall-Lieutenant im Geniecorps, Adjutant
und Dienstkämmerer des Erzherzogs Johann.
* Mozart, wolfg.Amadeus.WiefürBeethoveninBonn,
wird bekanntlich auch für M. in Salzburg ein Denkmal errichtet,
und es ist dabey bemerkenswerth, daß der Antrag dazu und die Fonds-
anlage' (durch ein gegebenes und in Wien nächstens zu wiederholendes
Concert) vom oldenburg. Hofcapellmeister Pott (k. dänischen Professor
der Musik) ausging, welchen das Salzburger Museum (unter dessen
Ägide das ganze Unternehmen gegenwartig in die Welt trat) für diese
Idee bestimmte.
Msseno, bö'hm. Dorf auf der fürstl. Klnsky'schen Herrschaft
Zlonitz, im Rakonitzer Kreise, ein angenehmer Badeort in einem
Thale, welches Fürst Ferd. Kins k y in eine Art von Park verwandeln
ließ. Die eine Quelle, Carlsbrunnen genannt, wird zum Baden, die
andere Stahl- oder Rosabrunnen genannt, bloß zum Trinken benutzt.
Die Badequelle gehört zu den bestandigen Quellen, die dem Gefühle
nach im Winter wärmer sind als im Sommer. Ihr Wasser ist im Bas«
sin klar und hell; es wirft keine Blasen, hat keinen fremdartigen Ge-
ruch, läßt sich auch in Flaschen oder Krugen lange halten. Das Wasser
ist salinisch-eisenhaltig und in allen jenen innerlichen und äußerlichen
Krankheitsformen mit entschiedenem Nutzen zu gebrauchen, denen Schwä-
che und Mangel an Lebensenergie, entweder einzelner Organe oder des
ganzen Korpers, als Ursache zum Grunde liegen, und deren Heilung
durchstartende, incitirende, die Lebensthätigkeit erregende Mittel her-
beygeführt werden kann. Beym Sieden wird die sire Luft nur zum Theil,
das Eisen hingegen gar nicht von der Schwefelsäure getrennt; ein Vor«
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie