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Natterer, Joh. - Nestroy. 565
Vermehrung der dahin gehörigen Sammlungen die Zinsen des Iusurrec«
tions-Concurrentialfondes bestimmt. Eine ansehnliche Bereicherung des
Museums geschah durch den Ankauf der I an kovi ch'schen archäologi-
schen Sammlung (f. Jan kov ich, N ic. v.)um 125,000 Gulden C.M.,
welche Summe nebst der obigen zusammengeschossen wird. Laut Art. 28
schenkte Steph. Graf I l l sshäzy dem Museum seine reichhaltige
Bibliothek nebst der Diplomen-Sammlung, und der Erlauer Erzbischof
Ladisl. v. Pyrker eine Gemälde-Sammlung. An Geld wurden
dazu 15,754 Gulden von Mehreren subscribirtx darunter vom Grafen
Ludwig v.Szechknyi 10,000 Gulden C. M.
-«. * Natterer, Ioh . , kam aus Brasilien über London den 13.
Aug." l836 wieder in Wien an.
Natterer, Ios-, Custos bey den vereinigten k. k. Naturalien-
Cabineten und Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften, ist der altere
Bruder Ioh . N/s (s. d. im Hauptwerk), und wurde am 7. Oct. 1786
zu Laxenbürg nächst Wien geboren. Er machte die Studien ge-
meinschaftlich mit seinem Bruder, wurde 1804 zum Aufsehers-Adjunche
ten am k. k. Hof - Naturaliencabinete, woselbst^ er schon früher durch
3 Jahre unentgeltlich Dienste leistete, ernannt/ 1806 zum Aufseher
und 1810 zum Custos. N. ist ein erfahrner Qrnitholog, ein trefflicher
Präparator und ein ausgezeichneter Jäger.
* Neipperg, Albert Ad^m Graf v. 1815 machte er den
Feldzug gegen Mura t als DiVifionär und Commandirender der Avant-
garde mit. Am Ronco und bey S in igag lla.warf er die Neapolitaner
unter Pepe gänzlich über den Haufen.
Nestroy, Ioh. , Schauspieler und Theaterdichter, ist geboren
zu Wien den 7. Dec. 1302. Zu den NechtSstudien bestimmt, ent-
wickelte er jedoch schon in seinen Knabenjabren so viel Neigung und Ta-
lent zur Schauspielkunst, die sich durch öfteres Auftreten auf Liebha-
bertheatern noch mehr bestärkten, so daß er nach bestandener Prüfung
a-us dem röm. Rechte 1822 um ein Engagement im Hoftheater nächst
dem Kärnthnerthor ansuchte und es auch erhielt. Tüchtig musikalisch
ausgebildet, trat er zuerst als Sarastro in der „Zaubersiöte" auf und
erhielt Beyfall. Am meisten gefiel er jedoch im Laufe dieses Engage-
ments als Burgvogt im „Raoul der Blaubart." 1323 wurde N. auf
der Amsterdamer Bühne als erster Bassist engagirt, wo er in mehreren
Rollen mit Anerkennung auftrat, und sich auch zuerst mit Glück als Ko-
miker versuchte. Nach Jahresfrist verließ N. diese Bühne wieder und er-
hielt, nachdem er einen Gastrollen-Cyclus in B rü n n mit Beyfall ge-
macht hatte, ein Engagement daselbst und 1626 in Gratz, wo sich
sein komisches Talent vollständig ausbildete und er der Liebling des dorti-
gen Publicums wurde. 1329 gastirte N. auf der Bühne zu Preß bürg
nnd dann in der Iosephstadt in W ien , worauf er 1831 ein Engage-
ment im Theater an der Wien erhielt, wo er sich bis jetzt noch befindet
und in mehreren Rollen der Gunstdes Publicums zu erfreuen hat. Schon
1L23 war er in Gratz zuerst als Theaterdichter aufgetreten und hat
seitdem mehrere Stücke geschrieben, die mehr oder minder günstig auf-
genommen wurden. Als Schauspieler ist N. im Auffassen und Durchfüh-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie