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576 philosophische Lehranstalten. — pilach.
Studienhofcommission ein. Nun nahm er seine Einleitung in die Kir-
chengeschichte wieder vor, und ließ sie 18l)1 drucken, unter dem Titel:
Einleitung in die christliche Religions- und Kir'chengeschichte überhaupt,
und in die Kirchengeschichte Böhmens insbesondere, 2 Bde. Prag. Es
ist ein in jeder Rücksicht treffliches Werk, und erschien 1805 in einer 2.
Auflage. 1807 wurde P. zum Nector Magnificus der Prager Uni-
versität (mit Ende October) und den I I . Nov. darauf zum Abte des
Prämonstratenserstiftes Tepl erwählt. Als Abt des Stiftes verwaltete
er diese wichtige Würde auf die verdienstvollste ünd rühmlichste Weise.
P., starb, den 23. Sept. 1812. Die Schriften, welche er als Abt gelie-
fert, sind: Über den ,Begriff der Selbstbeurtheilung, Prag l 804;
2. Aufl. eb. 1806. — Über den Ursprung des Guten und Bösen, eb.
1806. — Über den natürlichen Zusammenhang des Guten und Bösen /
eb. 1308.—Über die menschliche „Bildung und ihr Verhältniß zur letz-
ten Bestimmung, eb. 1310. — Über die unendliche Würde Jesu, eb.
1312. P. beförderte auch sonst, wie er nur konnte, das Wohlseiner
Ordensbrüder und der Menschheit aufs kräftigste. Davon ist der Curort
Marienbad, indem er zur Benützung der heilsamen Quellen und Bä-
der den Grund gelegt, ein bleibendes Denkmal.
philosophische Lehranstalten. Außer auf Universitäten und
eigentlichen Lyceen, dann den sogenannten ungar. Akademien, bestehen
solche selbstständige Anstalten in Niederösterreich: Zu Krems, durch
die dortigen Piaristen besorgt; in Böhmen: Zu Budweis, von Ci«
sterziensern aus Hoh enfurt, zu Leitomischt von den dortigen
Piaristen, und zu Pilsen von Prämonstratettsern aus dem Stifte
Tepl versehen; in Mähren: Zu B rün n, mit Professoren aus den
Stiftern A l t -B runn , Neureusch undRaygern und zu Ni-
kolsburg unter den dortigen Piaristen; in Galizien: Zu Czer-
nowitz, Przemysl und Tarnopol, letztere unter den dortigen
Jesuiten, (mit Anfang des Schuljahres 1337 ward die neue philos. Lehr-
anstalt zu Tarnow eröffnet); in Illyrien: Zu Görz; in Tyrol:
Zu Tr ient ; in Ungarn: Zu Fünfkirchen, zu Steinaman-
ger und zu Szegedin, letztere unter den dortiger Piaristen. Diese
Lehranstalten stehen gewöhnlich unter einem Director, und die Lehrge-
genstände sind: Theoretische und practische Philosophie, Religionslehre,
Mathematik, Physik, Weltgeschichte, lateinische Philologie, bey meh-
rern noch Erziehungskunde, Landwirthschafislehre und Naturgeschichte.
* pichler, Caroline. Von ibr erschienen: Zerstreute Blätter
aus meinem Schreibtische, Wien 1837.
Pilach (Bielach), Fluß in Niederösterreich, entspringt am Hoch-
stadelderge und ergießt sich unter Melk in die Donau, nachdem er ein
schönes fruchtbares Thal bewässert hat. Er treibt mehrere Mühlen und
Hammerwerke, und auf ihm werden jährlich gegen 12—14,000 Klafter
Holz geschwemmt, welche nach Wien hinunter geschifft werden, nach-
dem sie vorher bey dem Einflüsse der P. in die Donau an einem Rechen
aufgefangen und auf Schiffe geladen worden sind. Die Länge der P.,
welche einst dem Pilachgau seinen Nahmen gab, beträgt über 9 gco-
graphijche Meilen.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie