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* pilat, Ic>s. Ant. Edler v. 1336 erhielt er vom Kaiser von
Rußland den Stanislaus - Orden 3. Classe.
* Pilsen, unterhält in seiner Nachbarschaft Mannigfaltigkeit im
Oöschmack und Gartenflor. Eine Viertelstunde von P., auf einer mä-
ßigen Anhöhe, am Fuße des Berges Lochotin, auf jenen Gefilden,
wo hussitische Heere P. vergebens belagerten und Wallen stein sein
weltberühmtes Lager hielt, befindet sich eine neue Heilquelle, welche
nach chemischer Analyse sallnisches Eisenvitriolwasser enthält Lage, Um-
gebung, das im italienischen Style schön erbaute Badhaus, nebst der
Eolonade und eine schöne Aussicht, geben diesem jüngsten Curorte Werth
und Weihe. Der Gründer hiervon ist der dortige Bürgermeister Märt.
Kopetzky. Von ihm erschien darüber im Drucke: Pilsen's günstige Ver-
hältnisse und dessen Mineralquelle (mit 5
" f)ind0, Ioh. Nicolides v., Dr. derÄrzneykundeund ^Mhischer
?lrzt in Wien, wurde am 14. März 1737 zu G ra M ast a in/Mace-
donien geboren. Von wissenschaftlichem Eifer erglüht, zog er nach
Wien, nachdem er eine Zeit lang zu Sem lin Handelschaft getrie-^
ben. In Wien weihte er sich mit ganzev Kraft den Wissenschaften und
um sich die nöthigen Bücher verschaffen zu kvnnen, gab er Unterricht in
der hellenischen Sprache. P. hatte binnen 2 Jahren seine Studien voll-,
ender und erhielt von Kaiser Joseph II . die Erlaubniß/ sich an der^
Oiener Hochschule den gewöhnlichen strengen Prüfungen zur Erlangung
der akademischen Doctorwürde zu unterziehen. Da diese glänzend aus-
felen, fand der große Monarch sich bewogen, P. zu belohnen. Er öue
ßerte ihm huldvoll: „Er dürfe seineStaaten undWien nicht verlassen;
es befänden sich so viele Griechen in der Residenz, welche'der deutschen
Sprache unkundig, nur schwer ärztliche Hülfe fänden." Er ertheilte ihm'
deßhalb auch die Erlaubniß, in Wien die Arzneykunde auszuüben,
und ernannte ihn auch zum ersten Arzt der griechischen Religionsver-
wandten. Die medicinische Facultät ernannte P. zu ihrem ordentlichen
Mitgliede. Als Leopold I I . zur Regierung kam, hatte P. sich um
Staat und Mitmenschen schon so bedeutende Verdienste erworben,
daß der Kaiser sich bewogen fand, itn in den Adelstand zu erheben.
Als Arzt besaß P. einen solchen Tiefbtick und solche richtige Erkenntniß
der Krankheiten, daß der kaiserl. Leibarzt, Freyh. v. Störk, es für
überflüssig erklärte, sich zu einem Consilium ^u begeben, wenn er erfuhr,
daß P. Ordinarius sey. Die Gemeinnützigkeit sich zum Berufe machend,
schenkte er 200 der vorzüglichsten Werke seiner Bibliothek der Wiener
griechisch-wallachischen Gemeindeschule, und 100 der griechischen Natio-
nalschule in Semlin, als unveräußerliches Eigenthum, doch zum
öffentlichen Gebrauche. Er gab in neugriechischer Sprache im Drucke
heraus: Erklärung, wie man die Lustseuche heilen muß, 2 Thle ,
Wien 1794. P. starb den 12.Dec. 1328, 91 Jahre alt.
Plaß, böhm. Dorf und Hauptort der gleichnahmigen Herrschaft
im Pilsener Kreise, dem k. k. Haus-, Hof- und Staatskanzler Fürsten
v. Metternich-Winneburg gehörig. 1142 schon gründete hier
Herzog Wladislaw II . (als. König I.) ein Cisterzienserkloster, wel-
ches 1421 die Huffiten zerstörten. 1714 erhob sich das neue Gebäude;
Oesterr. Nat. Encykl. Vd.Vl. 37
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie