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582 purkinje, Ioh.
.auf der dortigen Hochschule die philosophischen Vorlesungen besuchte,
und insbesondere mathematischen und. naturniissenschaftlichen Studien
oblag. Als er eben im Begriffe war, sich dem medicinischen Fache-zu
widmen, wurde ihm der Antrag, einen Theil des Unterrichts.im Hause
deS Freyh. Franz v. Hildprand.t zu übernehmen. Nach 3 Jahren
ward er durch die Unterstützung seines Gönners in den Stand gesetzt,
die Medicin zu studiren und zu promoviren. Seine Inauguralschrift:
Beyträge zur Kenntniß des Sehens in subjectiver Hinsichr, Prag
1819, die durch die Neuheit des Gegenstandes allgemeine Aufmerksam-
keit und nahmentlich Goethe's Theilnahme wegen Verwandtschaft mit
dessen eigenen Bestrebungen gewonnen hatte, legte den Grund zu seinem
literarischen Rufe. Zunächst erhielt er noch in demselben Jahre das^Amt
eines Assistenten der Anatomie und Physiologie,unter den Professoren
Rot tenbergerundI lg , welches er durch 4 Jahre bekleidete. Von
naturwissenschaftlichen Arbeiten fallen in diese'Zeit seine Abhandlung über
versität, Prag 1830). In den HesperuS lieferte er 2 Aufsätze über Ana-
logie des wahren Lebens mit dem Traume, und über^ :die. psychische Wich-
tigkeit der Muttersprache. Damahls nahm er auch eifrigen Antheil an
den Bemühungen seiner Landsleute zur Wiedergeburt de^böhm. Litera,
tur. Zeugniß davon geben einige Aufsätze und poetische Übertragungen
in I. S. Prefl's wissenschaftlicher Zeitschrift,,'Krok." Auch übersetzte
er Tasso's befreytes Jerusalem in der Versart des Originals, davon
eine Probe in der Zeitschrift des böhm. Museums (8. Bd.) abgedruckt
ist. 1823 erhielt er den Ruf für die, durch Übertritt d,es Prof. B ar-
tel's nach Marburg erledigte Professur der Physiologie und Patholo-
gie in Breslau. Zur Habilitirung in der dortigen medicin. Facultät
schrieb er: Ve exan^ino pl^sioloßico orßani visus et ^Ztematiz cu-
tanei, Breslau 1832.. Im Jahre darauf theilte er seine fortgesetzten
Beobachtungen über das subjective Sehen in Nust's Magazin mit, da-
von ein besonderer Abdruck unter dem Titel: Beobachtungen und Ver-
suche zur Physiplogie der Sinne, Berlin 1825, erschien. Ferner theilte
er in R u st'S Magazin (Jahrg. 1326) einen Aufsatz über die physiologi-
sche Bedeutung des Schwindels mit. Bey Gelegenheit von Blumen-
bach's fünfzigjährigem Doctorjubiläum schrieb er zur Begleitung der
Gratulationsschrift der Breslauer medicin. Facultät diq,-Abhandlung:
8ymbol26 aä «vi avium ^igtoriam qnte incudaticinem, worin die
wichtige Entdeckung des Keimbläschens im Vogeley enchalsen ist. In
den Buchhandel wurde diese Schrift unter demselben Titel durch I u-
l ius Voß (Leipzig 1830) gefördert. Außer einem eifrigen Betreiben
seines Lehramtes, indem er nahmentlich seit 1825 auch einen regelmä-
ßigen Sommercursus über Experimental-Physiologie hielt, yahm er in
Breslau sehr fleißigen Antheil an den Arbeiten der dortigen vaterlän-
dischen Gesellschaft, besonders in der physikalischen und botanischen Sec-
tion. Letztere gab ihm Veranlassung, sich mit der Anatomie d«r Pfian^
zen zu beschäftigen, wovon als Frucht seine Schrift: ve ceilulis an.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie