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Staatsschuld. — Sternberg.
. beredsamkeit. Erstarb zu Wien den 27. Febr. 1812, und hinterließ
eine stattliche Bibliothek.
* Staatsschuld. Der durch die Arrosirung entstandene Theil
derselben rührt aus dem durch Patent vom 29. Oct. 1316 zu 5 Percent
in C. M. eröffneten freywilligen Anleihen her, zu welchem die Einla.
gen in verzinslichen Staatspapieren mit Zuzahlung in Wiener Wah,
runq (Einlösungs- und AnticipationSscheinen) nach Maßgabe des ver«
schiedenen ZinsenfußeS der verwendeten Obligationen zu geschehen bat.
ten, so daß eine ursprünglich 6percentige Obligation pr. ll)0Gulden mit
dem Betrag von 130 Gulden, eine üpercentige von dieser Höhe mit
100, eine 42percentige mir 110, eine 4percentige mit 120, eine
zzoercentige mit 130 und eine Zpercentige mit 140 Gulden W.W.
arrosirt wurde.
Stadion, Ioh. Caspar v., Hoch. und Deutschmeister, kai«
ftrl. geh. Rath und Feldmarschall. Anhänglichkeit an die Neichsverfas-
sung und an das Reichsoberbaupt ist zu allen Zeiten der Hauptzug in
der Characteristik des deutschen Ordens und seiner Vorsteher gewesen.
Auch St . bar sich hierin ausgezeichnet. Nach so vielen Beweisen, die
er von dieser Anhänglichkeit schon in den erstem Unternehmungen des
dreyßigjahrigen Krieges gegeben hatte, führte er sein Regiment zu den
Hauptschlachten bey Lützen l622, bey Nord l ingen 1624 und bey
Lemgo 1633, und theilte jede Gefahr mit demselben; nützte aber
auch durch gemäßigte Grundsatze und reife Überlegung. „Er könne nicht
zugeben, daß die Ehre des Hauses Österreich in einem Gefechte von ei-
nigen Stunden auf das Spiel gesetzt werde," sagte er zu dem raschen
P icco lomin i , als dieser aus dem bedrängten Lager bey Saa l fe ld
1640 sich durchschlagen wollte. Der Erfolg rechtfertigte seine Meinung,
denn auch der Feind konnte nicht langer aushalten. S t. wurde aber nicht
allein zu Unternehmungen des Krieges, sondern auch in den Unterhand-
lungen gebraucht, welche dem westphalischen Frieden vorhergingen, und
wobey ihm die Verhaltnisse deS deutschen Ordens um so mehr Gewicht
und Einfluß gaben. Er war vor der Erwählung zum Hochmeister 1625
Landcomthur von Elsaß und Burgund und Hauscomthur zu A lzhau-
se n gewesen. Den Glanz des deutschen Ordens zu befördern, und dem
kaiserl. Hof einen neuen Beweis seiner stets erprobten Gesinnungen zu
geben, erbath er sich vom Capitel den Erzherzog Leopold Wi lhe lm
zum Coadjutor, der ihm dann auch im Hochmeisterthum folgte. Bis an
fein Ende für das Erzhauz Osterreich thätig, starb S t . im taiserl. Feld«
lager bey Mühlhausen in Thüringen zu Ammern 164l.
* Stampach, Franz Xav. wenz. Rager Graf v., war
geboren den 8. März 1742.
Steinbach, oberösterr. Dorf im Traunkreise, an der Steyer,
wird wegen seiner zahlreichen Messererzunft auch Messer erst einb ach
genannt. Der Ort hat eine alte Kirche.
* Steiner und Comp. Statt Ant. v. Eckhel und Ios.
Rokert soll es heißen: Ant. v. Eckhel und August Rokert.
* Sternberg, Caspar Graf v., erhielt im September 1336 das
euz des Leopold-Ordens.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie