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814 vöslau. — vogelsang.
für das Civil- und Criminal-Richterantt ward ihm 1827 eine Auscultan-
tenstelle bey dem CriminalSenate des Wiener Magistrats zu Theil,
von der V. 1832 zum Criminalgerichts-Actuar befördert wurde. Sein
Handbuch der Gesetze und Verordnungen^, welche hinsichtlich des österr.
Gesetzbuches über Verbrechen vom 3. Sept. 1803 von dem Zeitpunc-
te seiner Kundmachung bis zu Ende des Jahres 183 l nachtraglich er-
schienen sind, Wien 1832, zeichnet sich durch eine vorzügliche practische
Brauchbarkeit aus. Seine übrigen Aufsätze, welche in der Zeilschrift für
österr. Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde (1833, 6. Heft;
1834, 1. Heft; 1635, 1. und 12. Heft) vorkommen, beurkunden ju-
ridischen Scharfsinn. Gegenwärtig befindet sich sein Handbuch der Gesetze
und Verordnungen, welche sich auf das österr. allgem. bürgert. Gesetz-
buch beziehen (2 Bde.) unter der Presse, welches Werk insbesondere
für practische Juristen bestimmt ist. »
* vöslau. Ein nicht genug zu schätzendes Geschenk der Natur ist
das nur eine halbe Fahrstunde vonBaden gelegene Heilbad in V., aus-
gezeichnet durch seine sich stets gleichbleibende Temperatur von 19" Reau-
mur, und durch seinen reichen Gehalt an azot- und kohlensaurer Luft;
es bewahrt sich durch seine Heilkraft in Krankheiten des Nervensystems
und in solchen, die in fehlerhafter Evolution des Knochen- und Lymvh-
systems gegründet sind. Der Besitzer, Freyh.v.Geymüller, hat
mit gewohnter Liberalität für dasPublicum durch eine wohleingerichtete
Badeanstalt (ein Vollbad, 6 Wannenbader, Vorrichtung zu Tropf- und
Sturzbädern) und für jene, denen. Schwimmen Lust oder Bedürfniß ist,
durch eine Schwimmanstalt vollkommen gesorgt. Die Erzeugung des ro-
then Vöslauer Weines wurde durch Original Burgunder Reben von I oh.
Grafen Fries eingeführt.
vogelsang, L.udw. Freyh. v., k. k. General-Feldzeugmei-
ster, Ritter des Maria-Theresien-Ordens, Inhaber des Linien-In-
fanterie-Regiments Nr. 47 und Gouverneur der Festung Ioseph-
stadr, stammte aus einer altadeligen Familie des ehemahligen deut-
schen Reichs. Familien gleiches Nahmens, mit dieser stammverwandt,
gibt es noch in Pommern, Sachsen und Preußen. Er wurde am 12.
Dec. 1748 in Brüssel geboren. Sein Vater, Christian v. V., der
seine miiitär Laufbahn unrerdem heldenkühnen Schwedenkönig C a r lXI I .
beg mn, und später als Hauptmann bey den Reichstruppen in trierischen
Diensten stand, trat im Erbfolgekriege in österr. Dienste über, und
zeichnete sich in mehreren Kämpfen dieses und des siebenjährigen Krieges
aus; im letzteren ganz besonders als Oberst bey dem Infanterie-Regi-
ments (Carl) L oth ringen Nr. 3, in den Schlachten bey Prag, wo
er schwer verwundet wurde, und bey Bres lau. Er wurde nach dieser
Schlacht zum Generalmajor befördert, erhielt die Elisabeth - Theresien-
Stiftung, und starb als Feldzeugmeister und Gouverneur der Festung
Luxemoerg 1785 im hohen Greisenalter. Der des Vaters würdige
Sohn, welcher nebst einem jüngern Bruder, der als k. k. Oberstlieu-
tenant starb, seine Erziehung im Theresianum zu Wien erhalten hatte,
erwarb gleich in erster Dienstzeit im Infanterie-Regiments Clerfayt
Nr. 9 (gegenwärtig Bentheim - Ste infu rt) die Zufriedenheit der
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie