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Kaiserinn Maria Theresia. Als Beweis derselben hatte er das
Glück, eine Dose mit dem Bildnisse der huldvollen Herrscherinn, reich
in Diamanten gefaZt, aus ihren Handen zu erhalten. Im Kriege gegen
die sogenannten niederland. Patrioten 1790 that er sich als Major, und
später im Kriege mit Frankreich als Oberstlieutenant und Oberst sehr
hervor. In der Schlacht bey Würzburg trug die von ihm als Gene-
ralmajor befehligte Brigade zu dem sieghaften Ausgange des Kampfes
wesentlich bey. Als Feldmarschall-Lieutenant nannten die Krieg^beric^e
vom ö'sterr. Heere in Italien, in den Schlachten von Nov i , Casteg-
gio und Marengo seinen Nahmen mit vielem Ruhme. Nach der
Schlacht bey Cald iero , in welcher V.'s Grenadier-Division haupt-
sächlich den siegreichen Erfolg herbeyführte, deckte er den Rückzug des
ö'sterr. Heeres. Nach eingetretenem Frieden erhielt er seine Bestimmung
als Dioisionär in Böhmen. Schon im Alter vorgerückt, befehligte er in
dem Feldzuge 1809 bis zurAnkunft des Generals Grafen Pel legarde
das 1. Armeecorps, zu welchem seine Infanterie-Division gehörte.
Nach der Schlacht bey Aspern, in welcher er den Regimentern seiner
Division und den aus ihnen gebildeten Massen das schönste Beyspiel be-
sonnenen Muthes und kaltblütiger Tapferkeit gab, fand er durch Be-
förderung zum Feldzeugmeister außer seinem Range ehrenvolle Anerken-
nung seiner Verdienste. Zugleich erfolgte seine Versetzung in den Ru-
hestand, mit dem Versprechen des Monarchen, ihm bey erster Gelegen-
heit eine angemessene Anstellung verleihen zu wollen, welches nach kur-
zer Zeit durch seine Ernennung zum Festungs-Commandanten zu Jo-
seph st ad t in Erfüllung ging. Als 1813 Böhmens Gränzen abermahls
vom Feinde bedroht waren, erbielt er den Gouverneurstitel, und bey
einer Besichtigung der Festung durch den Kaiser Alexander von Ruß-
land, von diesem erhabenen Monarchen einen kostbaren Brillantring mir
deffem Bildnisse. In der Festung feyerte dieser würdige Veteran (den 1.
May 18l7) sein fünfzigjähriges Dienstjubelfest, wobey die Garnison
ihm zu Ehren ein dazu oeranstaltetei Fest hielt, das er nur mehr 5 Jahre
überlebte. Er starb den 28. Iuny 1322.
vu i t s , Joachim/ wurde 1772 zu Ba ja im Bäcs-Bodrogher
Comnar Ungarns geboren. Den ersten Unterricht erhielt er an der serbi-
schen Schule seines Geburtsortes, und trat sodann 1784 in die alldorr
befindliche Schule der Franciscaner über, wo er sich die Anfangsgründe
der ungarischen, deutschen uno lateinischen Sprache eigen machte. Die
Humanitätsstudien vollendete er am Gymnasium zu Colocza, die
philosophischen und theologischen im eoangel. Convicte zu Preß bürg,
wo er sich auch der Erlernung der hebräischen und altgriechischen Sprache
widmete, und in der Folge die Rechtswissenschaften hörte. Da er einen
besondern Hang zur Pädagogik hatte, so wurde er 1797 als Professor
der ersten Grammatical-Classe zu Futak im Bäcser Comitat angestellt,
im folgenden Jahre aber nach Al t -B ecse als Districtual Professor be-
fordert , wo er 3 Jahre blieb. — V.'s Begierde, fremde Länder kennen
zu lernen, bewog ihn 1801, die Professur zu verlassen und sich nach
Triest zu begeben, wo er in einem Prioathause als Hauslehrer Unter«
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie