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kunft fand. Der Vater des'ihm anvertrauten Zöglings der Handels-
mann Ant. v> Kveki ts, ließ ihn in der italienischen, französischen
und englischen Sprache unterrichten und einen Theil von Italien bereisen,
als: Mai land, Padua, Man tua , Genua, Florenz :c.;
endlis) sendete er ihn, aus besonderem Zutrauen, mit seinem eigenen
Mercantil-Marineschiffe ab, und nun both sich für V. die so sehnlich ge.
wünschte Gelegenheit dar, ftrn^ Länder bereisen zu können. Den 15.
A^i/'2803. ging V. unter Seget, und nachdem er Venedig, Ca.
stelnuvvo, Negroponte, Constantinopel, Odessa, Ta.
ganrok, Smyrna in ^Kleinasien, Jaffa in Palästina, Rosette
und Al'eran d r ien in Ägypten gesehen, wurde m der Rückreise das
Schiff unweit'der Insel Mal ta durch Seeräuber angegriffen und wür-
de auch de>Wänderung nicht entgangen seyn, wenn ihm nicht ein eng.
gerommen wäre. — V. kehrte 1805 gerade in
j M n Zeitpuncte nach T rie st zurück, als sich die feindliche französische
'd^ser Stadt näherte, welche er daher verließ und nach N e u-
^g Hier wollte er den Friedensschluß abwarten und dann
wieder nach Trieft zurückkehren. AN?in die zunehmende Gefahr deK
Krieges erregte in ihm den Entschluß, sich nach Senil in in Sirmienzu
begeben, wo "er sich durch Unterricht in Sprachen ernährte, jedoch un-
vermuther in einen Proceß verivickelt wurde, welcher ihn aufeinigeZeit
feiner Freyheit beraubte, worauf er nach hergestellter Rechtfertigung 1809
in seinenGeburtsort Baja Zurückkehrte. Noch in dem nähmlichen Jahre
ging er nach Pesth, wo er eine GrammaticalProfessorsstelle erhielt,
welche er jedoch bald wieder niederlegte. 1823 begab sich V. nach Ser-
bien und von da nach B e lgra d, wo er von dem daselbst sich aufhal-
tenden Pascha Ab duram an freundschaftlich aufgenommen wurde. Nach
Seml in zurüÄge^angt, reiste er über Tem esvär und Pancsova,
in welchen Städten er vvn den griech. Gemeinden zur Herausgabe seiner
illyrisch serbischen Werke mir ansehnlichen Geldbeyträgen unterstützt wur-
de) wieder nach Trie st. Hier wurde er von Lord Wetterson zu die-
sem Zwecke mit 1000 Francs beschenkt. Für die dem Fürsten von Ser-
bien Milosch Ob renvvits übersendeten 25 Exemplare seiner 1825
im Druck erschienenen allgemeinen Erdbeschreibung in illyrisch-serbischer
Sprache erhielt V. ein ansehnliches Geschenk von l()00 Stück Piaster.
Seine gedruckten Schriften in illyrifch serbischer Sprache sind: Illyrisch-
franzosische Sprachlehre, Öfen l805. —Fernando und Iartta, Schau»
spiel in'3 Aufzügen, eh. 1605. — Lobn und Strafe, ländliches Ge-
mälde in 2 Auizüge'n, eb. 1807? -^_ Naturgeschichte nach Raff, mit
vielen Kpfrn., eb. 1309^ —Alexis und Nadine, Roman, eb. 1310.—
Robinson der Jüngere, moral. Geschichte für die Jugend, eb. 1810.
— Napoleon's Ruhm als Feldherr, eb. 1814. — Moralische Erzäh-
lungen, eb. 1323. — Neueste Erdbeschreibung, eb. 1825, u. m. a.
Von seinen ungedrückten Schriften sind zu erwähnen: Beschreibung al-
ler Völker des Erdballs. — Di55«i-t2ti0 c^e geiN« zerbica, p^rperain
ineritis et sactig in Hungaria, cum ap-
genti elgr^wium; — außerdem meh-
rere Übersetzungen aus dem Ungarischen, Italienischen und Deutschen,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie