Page - 171 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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Die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen in
den einzelnen mittel- und südosteuropäischen Ländern hatten natürlich
auch Auswirkungen auf das Gesundheitspersonal. Die Tabelle 37 zeigt die
Entwicklung der Zahl der Pflegekräfte seit 1980 auf. Während es in Öster-
reich seit 1980 zu einer Verdoppelung der Anzahl der als Pflegekräfte Täti-
gen kam, können die anderen fünf Länder lediglich einen leichten Anstieg
bis 2006 verzeichnen. Eine besonders interessante Entwicklung lässt sich
jedoch vor allem in Polen, der Slowakei und der Tschechischen Republik
beobachten. Nach einem stetigen Anstieg bis zum Jahr 2000 hat sich die
Anzahl der Beschäftigten in der Slowakei kontinuierlich verringert. In Polen
trat der Rückgang etwas früher ein, in der Tschechischen Republik erst seit
2004.
Vergleicht man in weiterer Folge die Anzahl der Pflegekräfte per 100.000
Einwohner (siehe Tabelle 37), zeigt sich jedoch ein etwas anderes Bild. Ös-
terreich hat im Jahr 1980 einen viel geringeren Anteil an Pflegekräften per
100.000 Einwohner als die anderen fünf Länder, sodass Österreich heute
eine ähnliche Pflegekräftedichte wie die Slowakei aufweist. Länder wie bei-
spielsweise die Tschechische Republik haben im Vergleich zu den anderen
Ländern sogar einen wesentlich höheren Anteil. Zahlen zu den jährlichen
Abschlüssen von Pflegekräften sind nur vereinzelt vorhanden. Demnach
weist Österreich im Jahr 2005 30 Pflegekräfte per 100.000 Einwohner auf.
Im Vergleich dazu schlossen in der Tschechischen Republik im gleichen Jahr
4 7 Pflegekräfte und in der Slowakei 32 Pflegekräfte per 100.000 Einwohner
ihre Ausbildung ab. Große Schwankungen sind vor allem für die Slowakei
anzumerken, die im Jahr 2006 angab, dass 69 Pflegekräfte per 100.000
Einwohner ihre Ausbildung abschlossen. [WHO, November 2007, zuletzt
abgerufen: 30.06.2008]
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien