Page - 207 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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6.2 Die Gründe für Migration in der Vergangenheit -
Die individuelle Sichtweise
Im folgenden Abschnitt wird nun die Sichtweise der Betrachtung geändert.
Wurden im ersten Teil dieses Kapitels die Entwicklungen auf Makro-Ebe-
ne dargestellt und mögliche Gründe für eine Migration identifiziert, wird
nun mithilfe einer eigenen neuen Befragung von Pflegekräften die indivi-
duelle Sichtweise betrachtet. Das Untersuchungsfeld umfasst unterschied-
liche Herkunftsländer - Polen, die Slowakei, die Tschechische Republik,
Kroatien und Bosnien-Herzegowina-, Migrationsströme - permanente und
temporäre Wanderung - und Einwanderungsjahre. Berücksichtigt wurden
dabei auch das Alter und der soziale Hintergrund der einzelnen Personen.
Im Folgenden werden zuvor genaue Darstellungen des Ausgangspunktes,
des Analyseinstrumentes und eine Beschreibung des Datensatzes vorgenom-
men. Schließlich folgt eine detaillierte Erläuterung der Ergebnisse, die Auf-
schluss über die Gründe für Migration liefern wird. Damit wird das Bild der
Gründe für Migration, das bereits im ersten Teil skizziert wurde, mit dieser
Analyse auf der Mikro-Ebene komplettiert.
6.2.1 Ausgangspunkt der empirischen Erhebung
Gegenstand der Untersuchung sind Pflegekräfte, die in Alten- und Pflege-
heimen und Krankenanstalten tätig sind. Hierbei wurde von jenen Einrich-
tungen ausgegangen, die in der Broschüre „Altenheime und Pflegeheime in
Österreich" zum Stichtag 31.01.2004 [Bundesministerium für Soziale Sicher-
heit, Generationen und Konsumentenschutz 2005a; Bundesministerium für
Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz 2005b; Bundes-
ministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz
2005c] und in der Broschüre des Bundesministeriums für Gesundheit und
Frauen „Krankenanstalten in Österreich 2006/2007" [Bundesministerium
für Gesundheit und Frauen 2006] genannt wurden (siehe Kapitel 5). Diese
führen 1015 Einrichtungen an - 749 Heime und 266 Krankenanstalten.
Zielgruppe waren jene Pflegekräfte, die im Ausland ausgebildet wurden. Im
Gegensatz zur ersten Erhebung (siehe Kapitel 5), in der alle Einrichtungen
angeschrieben wurden, wurde bei dieser Befragung eine gezielte Aussen-
dung durchgeführt. Anhand der bei der ersten Erhebung zurückgesende-
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien