Page - 221 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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Mithilfe der Faktorenanalyse wurde auch hier eine Reduktion der Variab-
len vorgenommen. Durch die Analyse wurden fünf Faktoren extrahiert,
die 70,02 % der Varianz erklären. Vier Variablen134 mussten aufgrund der
Prüfgröße „measure o( sampling adequacy" [vgl. Backhaus et al. 2006,
276] unter dem Kaiser-Meyer-Olkin-Kriterium ausgeschlossen werden, da
sie Werte unter 0,5 annahmen. Drei Variablen luden auf keinen Faktor.
Hierzu zählt „Möglichkeit, in einem Alten-/Pflegeheim in Österreich zu ar-
beiten", ,,Diskriminierung in der Heimat" und „Möglichkeit, eine Fremd-
sprache zu lernen". Letzterer ist, wie bereits zuvor erwähnt, ein wichtiger
Grund für Migration. Das Ergebnis der Analyse zeigt auch hier auf, dass
die politische Situation ein wesentlicher Grund für die Migration darstell-
te. Das soziale Netzwerk hingegen spielt eine relativ geringere Rolle (siehe
Tabelle 60).
Tabelle 60: Mittelwerte der Faktoren (permanente Migration vor den
historischen Brüchen)
Faktoren Mittelwert
Faktor 4: Politische Situation 3,740
Faktor 3: Positives Arbeitsumfeld 2,930
Faktor 1: Berufliche und finanzielle Perspektiven 2,805
Faktor 5: Chancen für die Familieu5 2,415
Faktor 2: Soziales Netzwerk 2,166
[Eigene Berechnungen, siehe auch Tabelle 79 im Anhang]136
Der Datensatz, der sich mit der Migration nach den historischen Brüchen
auseinandersetzt, beinhaltet 88 Fragebögen. Diese wurden von Pflegekräften
aus Polen (30 Fragebögen), der Tschechischen Republik (zehn Fragebögen),
134 Die vier Variablen sind: "Verfolgung im Heimatland", "(Ehe-)Partnerln lebte bereits
in Österreich", "Andere Familienangehörige [außer (Ehe-)Partnerln] lebten in Öster-
reich" und "In Österreich lebten bereits viele Leute aus meiner Heimat".
135 Auf diesen Faktor ladet auch die Variable "Diskriminierung in der Heimat". Jedoch
nimmt die Faktorladung nur den Wert 0,512 ein und wird daher nicht in die Inter-
pretation aufgenommen.
136 Extraktionsmethode: Hauptkomponentenanalyse; Rotationsmethode: Varimax
(9 Iterationen), Kaiser-Normalisierung (Eigenwert > 1) und paarweiser Fallaus-
schluss; Maß der Stichprobeneignung nach Kaiser-Meyer-Olkin: 0,823.
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien