Page - 236 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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keines von beiden - zu wählen, wenn keines der Länder oder beide für sie als
Alternative in Frage kamen (siehe Tabelle 70 und Abbildung 15).
In Abbildung 15 wird das Erhebungsdesign exemplarisch dargestellt. Pfle-
gekräfte hatten sich auf Basis der vorgegebenen Eigenschaften für eine Al-
ternative - Österreich, Slowakei oder beide/keines von beiden - zu entschei-
den. Es ist allerdings nicht machbar, alle theoretisch möglichen Alternativen
abzufragen. Dementsprechend wird eine zweckmäßige Teilmenge152 ausge-
wählt. Die Reduktion wurde mithilfe des orthogonalen Designs vorgenom-
men [vgl. Telser 2002, 40; Amaya-Amaya et al. 2008, 19], ,,in denen alle
schätzbaren Effekte unkorreliert sind" [Telser 2002, 40].
Insgesamt enthielt die Teilmenge 32 Auswahlentscheidungen (siehe Abbil-
dung 15). Jeder Pflegekraft wurden 16 Auswahlmöglichkeiten vorgelegt. Es
wurden daher zwei unterschiedliche Fragebögen konzipiert. 150 Fragebö-
gen enthielten die Auswahlmöglichkeiten 1 bis 16 und die restlichen 150
Fragebögen die Auswahlmöglichkeiten 17 bis 32. Bei der Verteilung wurde
stets darauf geachtet, dass in jedem Krankenhaus gleich viele der einen und
der anderen Gruppe ausgegeben wurden.
Abbildung 15: Exemplarische Darstellung einer Entscheidungssituation
Netzwerk
Dauer der Arbeitssuche
Wirtschaftliche Entwicklung
Karriere-/
Aufstiegschancen
Bruttomonatslohn
Gehaltsauszahlung
Bitte kreuzen Sie an.
[Eigene Darstellung] Österreich
Kein Netzwerk
9 bis 12 Monate
Gute Aussichten
Nicht möglich
42.000 SKK
Pünktlich
[j Slowakei
Kein Netzwerk
5 bis 8 Monate
Gute Aussichten
Möglich
42.000 SKK
Unpünktlich
lJ Beides oder
keines von beiden
[J
Der Fragebogen beinhaltet in der Folge die Frage, ob Pflegekräfte planen,
ins Ausland zu gehen, und wenn dies der Fall ist, ob sie bereits Informa-
tionen haben und welches Zielland für sie zur engeren Wahl stehen würde.
Diese Informationen bieten die Möglichkeit, über die potenzielle zukünf-
tige Migration Aussagen treffen zu können. Im vierten Teil der Befragung
wurde schließlich die Einstellung der Pflegekräfte zu Österreich und mögli-
152 Weiterführende Literatur siehe Warren Kuhfeld [2005a; 20056] und Deborah
J. Street und andere [2008].
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien