Page - 238 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
Image of the Page - 238 -
Text of the Page - 238 -
6.3.2 Ergebnisse der Befragung
Der Fokus dieses Abschnitts liegt auf der Analyse der Gründe für Migra-
tion von Pflegekräften, die zukünftige Wanderung beeinflussen könnten. Als
Grundlage dieser Ergebnisse dienen 168 Fragebögen (siehe Kapitel 6.3.1),
die von Pflegekräften aus der Slowakei beantwortet wurden. Die Daten-
grundlage der Analyse liefern Angaben zur Person und zum Arbeitsplatz,
Migrationsgedanken und möglichen Einflussfaktoren. 155 Am Beginn steht
die Darstellung des Datensatzes. Hierbei werden die einzelnen Aspekte
deskriptiv-statistisch ausgewertet. Den Kern der Analyse bildet die Aus-
wertung der Gründe für Migration. Im Mittelpunkt der diskreten Entschei-
dungsexperimente steht die Erhebung von stated preferences und damit die
Prognose des Wahlverhaltens von Individuen zwischen Alternativen. [vgl.
Gerard et al. 2008, 4] Berücksichtigung finden somit im Modell die Eigen-
schaften der Alternativen, die sich in den einzelnen Attributen und deren
Ausprägungen zeigen. [vgl. Gönsch et al. 2008, 356] Dabei entscheiden sich
die Individuen für jene Alternativen, die den höchsten Nutzen stiften. Damit
erlaubt diese Methode „an estimation of the relative support that respon-
dents show for the various competing alternatives" [Gerard et al. 2008,
4] und die Ermittlung der individuellen Auswahlwahrscheinlichkeit. [vgl.
Gönsch et al. 2008, 356] Im Folgenden werden nun die Ergebnisse der Be-
fragung der Pflegekräfte in der Slowakei im Detail dargestellt.
Analyse des Datensatzes
Der Fragebogen beinhaltet in den ersten Teilen Fragen zur Person, zur Aus-
bildung und zur derzeitigen Situation am Arbeitsplatz. 98 % der Frage-
bögen wurden von Frauen ausgefüllt. Damit wird das bisherige Bild der
Geschlechterverteilung in diesem Beruf bestätigt. 37 % der Pflegekräfte sind
ledig, weitere 43 % sind verheiratet und weitere 10 % gaben an, geschie-
den zu sein. Nur 10 % von ihnen leben in einem Singlehaushalt, weitere
20 % in einem Zweipersonenhaushalt. Damit lebt der überwiegende Teil
in einem Haushalt mit mehr als zwei Personen. Zusätzlich gaben 52 % der
155 Die folgende Analyse der soziodemografischen Daten basiert stets auf gültigen Fäl-
len. fehlende Angaben zu dieser Analyse werden in der Folge nicht detailliert er-
wähnt, wenn diese die Marke von 5 % nicht übersteigen. Die Prozentsätze wurden
auf ganze Zahlen gerundet. Von der Darstellung der fehlenden Angaben bei der
Analyse der Gründe für Migration wird abgesehen.
238
Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien