Page - 247 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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6.4 Die Gründe für Migration -Vergangenheit und Zukunft
Die Gründe für Migration sind ein vielschichtiges Thema, dessen Beach-
tung aus unterschiedlichen Perspektiven notwendig ist. In diesem Kapitel
wurde das analytische Konzept aufgegriffen, das in Kapitel 4 vorgestellt
wurde und die Zusammenführung von Betrachtungsebene, Betrachtungs-
zeit und der detaillierten Analyseform von Gründen beinhaltet. Somit
wurde das Thema von zwei Ebenen her betrachtet - auf Mikro-Ebene
und Makro-Ebene. Dabei steht auf Mikro-Ebene die individuelle und auf
Makro-Ebene die aggregierte Sichtweise im Vordergrund. Zusätzlich wur-
de die Betrachtung des Themas sowohl für die Vergangenheit als auch für
die Zukunft vorgenommen. In dem nun folgenden Abschnitt soll durch die
Zusammenführung der Ergebnisse auf Makro-Ebene und Mikro-Ebene ein
möglichst umfassendes Bild gewonnen werden. Dabei soll grundsätzlich
bei der Darstellung der Gründe für die Migration in der Vergangenheit
von den einzelnen Dimensionen - demografisch-ökonomisch, sozial-kul-
turell und politisch-legislativ - ausgegangen werden. Anhand dieser wer-
den die einzelnen Argumente dargelegt und die anfangs gestellten Fragen
schließlich beantwortet.
Demografische und ökonomische Dimension
Die demografisch-ökonomische Dimension stellt ein wesentliches Funda-
ment der Analyse dar, das in vielen empirischen Forschungen einen wich-
tigen Beitrag zur Erklärung der Migration lieferte (siehe die Kapitel 3 und
4). In dieser Arbeit werden die einzelnen Komponenten sehr unterschiedlich
gesehen. So spielt, wie bereits unter 6.1.1 am Schluss dargelegt, die demo-
grafische Dimension - betrachtet man die Bevölkerungsstruktur - eine un-
tergeordnete Rolle. Argumente, die einen demografischen Druck und damit
einhergehende Migrationsströme zum Inhalt haben, können auf Makro-
Ebene nicht bestätigt werden. In Österreich vollzieht sich wie auch in ein-
zelnen Herkunftsländern ein Alterungsprozess in der Bevölkerung. Dieser
zeigt sich sehr stark, betrachtet man den Anteil der unter 15-jährigen und
den der über 65-jährigen. Setzt man jedoch die vergangene Entwicklung in
den Mittelpunkt der Betrachtung, so muss die Sichtweise etwas relativiert
werden. Zwischen 1985 und 2007 kam es in den Ländern Polen, Slowakei
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien