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128 M. Hülsken-Giesler und S. Daxberger demnach paradigmatisch und prototypisch für die gegenwärtigen innovationspolitischen Ziele der EU, Robotik als entscheidende Technologie zur Lösung gesellschaftlicher „grand challenges“ zu positionieren. Vor diesem Hintergrund geht es derzeit darum, „Robotik und Pflege als Gegenstand wissenschaftspolitischer Strategiebildung und Prio- risierung füreinander disponibel“ (ebd. 119) zu machen. Dabei wird nicht grundlegend infrage gestellt, dass Robotik und Pflege derzeit noch unzureichende Anschlussstellen aufweisen, es soll jedoch aufgezeigt werden, dass sie dennoch prinzipiell (in einem ers- ten Schritt etwa in experimentellen Kontexten von Laborwohnungen) miteinander in Verbindung gebracht werden können (vgl. ebd.). Der vorliegende Beitrag konzentriert sich vor diesem Hintergrund zunächst darauf, die Logik des pflegerischen Handelns zu explizieren, um auf der Basis des aktuellen Erkenntnisstandes in einem weiteren Schritt zu diskutieren, inwieweit der Stand der robotischen Entwicklung dieser Handlungslogik des Pflegerischen gerecht wird. 7.2 Professionelle Pflege als personenbezogene Dienstleistung – Besonderheiten eines beruflichen Handlungsfeldes Der gesellschaftliche Auftrag des pflegeberuflichen Handelns umfasst präventive, kura- tive, rehabilitative, palliative und sozialpflegerische Maßnahmen (§ 5, Abs. 2, Pfle- geberufegesetz (PflBG), Bundesanzeiger 2017). Berufliche Pflege gilt vor diesem Hintergrund als personenbezogene Dienstleistung mit besonders engem Personen- bezug. Mit Hacker (2009) liegt die große Herausforderung von personenbezogenen Dienstleistungen darin, dass der „Arbeitsgegenstand“ selbst ein Mensch, das „Objekt“ der Dienstleistung also ein „Subjekt“ ist, das als Adressat und auch als Koproduzent in der Dienstleistung von Bedeutung ist. Die Dienstleistungserbringer müssen vor diesem Hintergrund eine „Bearbeitungsbeziehung“ aufbauen, über die die Ziele, die konkrete Ausgestaltung, der Verlauf und die Weiterentwicklung der Dienstleistungsbeziehung immer wieder neu ausgehandelt werden müssen, um die Prozesse erfolgreich zu gestalten (Böhle und Glaser 2006; Böhle et al. 2015). Chase und Garvin (1989) hatten bereits früh darauf hingewiesen, dass personenbezogene Dienstleistungen grundsätzlich immateriell sind, dem Uno-actu-Prinzip folgen (Produktion und Konsum der Dienst- leistung also zusammenfallen) und eine Standardisierbarkeit der Dienstleistung kaum möglich ist. Vor diesem Hintergrund wird personenbezogener Dienstleistung im Kern auch der Charakter einer Interaktionsarbeit zugeschrieben, die ganz zentral aus Ele- menten der Kooperationsarbeit, der Gefühlsarbeit, der Emotionsarbeit sowie des sub- jektivierenden Arbeitshandelns besteht – also dem Vermögen, mit Unabwägbarkeiten und Grenzen der Planbarkeit des Handelns umzugehen und diese im praktischen Han- deln durch Kommunikation sowie situative und sinnlich fundierte Entscheidungsfindung zu bewältigen (Böhle et al. 2015). Vor besondere Herausforderungen sind dabei jene Dienstleistungsberufe gestellt, die längerfristige, kontinuierliche und unmittelbar auf
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Pflegeroboter
Title
Pflegeroboter
Author
Oliver Bendel
Publisher
Springer Gabler
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-658-22698-5
Size
17.3 x 24.6 cm
Pages
278
Category
Technik
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