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198 O. Bendel
von assistierenden Robotern für Ältere (Glende et al. 2016); einige gehen auf ethische
Herausforderungen ein (Santoni und van Wynsberghe 2016), wobei sich wenige an einer
umfassenden und vergleichenden Darstellung versuchen (Bendel 2015b), die fĂĽr Gesamt-
überblick und -einschätzung überaus wichtig scheint.
Zahlreiche Veranstaltungen haben sich in der jĂĽngeren Zeit mit Robotern im Gesund-
heitsbereich beschäftigt, im deutschsprachigen Raum etwa der Ladenburger Diskurs
im September 2017 (in dessen Folge dieses Buch entstanden ist), der 10. Regensburger
Intensivpflegetag im Oktober 2017, der 14. Schweizerische Kongress fĂĽr Gesundheits-
ökonomie und Gesundheitswissenschaften am Universitätsspital Bern im November
2017 und die Landesenquete „Menschen mit Behinderung und Robotik“ in Kärnten im
Dezember 2017. Die Bioethikkommission von Ă–sterreich lud 2016 ebenso Experten zum
Thema ein wie die Deutschlandstiftung Integration unter Ex-Bundespräsident Christian
Wulff 2017, wobei hier die Digitalisierung im Gesundheitswesen in all ihren Facetten
im Vordergrund stand und die jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten mit Migrations-
hintergrund eher nebenbei mit Pflege- und Therapierobotern vertraut gemacht wurden.
Mit Operations-, Therapie- und Pflegerobotern sind die wichtigsten Typen im
Gesundheitsbereich genannt. Die Einteilung folgt bewährten Begriffen und zeigt auf
bekannte Anwendungsgebiete. Es mögen sich freilich Überlappungen und Über-
schneidungen ergeben, etwa bezĂĽglich Operation und Therapie oder Therapie und
Pflege, und sicherlich kann man zusätzliche Typen identifizieren, z. B. medizinisch
geschulte Beratungsroboter oder Roboter als physisch vorhandene Avatare von Men-
schen, die wenig oder nicht mobil sind. Selbst Sexroboter in der Tradition der erwähnten
vermuteten Liebesmaschinen mag man im Gesundheitswesen verwenden, zur Trieb-
abfuhr, um es etwas salopp auszudrĂĽcken, und zu Therapiezwecken (Levy 2007; Bendel
2017a), wobei diesbezĂĽglich kaum Erkenntnisse bestehen, obwohl dieser Robotertyp
nicht nur als Prototyp, sondern auch als Produkt vorliegt, erhältlich in den Onlineshops
einschlägiger Anbieter. Ferner können, wie angedeutet, Hightechprothesen und Exo-
skelette als Roboter angesehen werden (Bekey 2012, S. 23); letztere fungieren wiederum
als Therapieroboter in einem speziellen Sinne.
Roboter im Gesundheitsbereich – die man übrigens mehrheitlich den Servicerobotern
zurechnen kann (Decker 2012, 2013; Bendel 2015b; Fahlberg 2017) – können nicht
nur nach ihren Zielen und Aufgaben, sondern auch nach ihrer Gestaltung unterschieden
werden. Manche ähneln Geräten aus den Fertigungshallen und aus dem Fitnessbereich,
andere haben tierähnliches Aussehen, wieder andere menschenähnliche Züge. Einige sind
irgendwo dazwischen, etwa bestimmte Kooperations- und Kollaborationsroboter, die eng
mit Menschen zusammenarbeiten respektive ihnen zur UnterstĂĽtzung und als Erweiterung
dienen. Die Gestaltung ist bedeutend fĂĽr die Akzeptanz. Bei humanoiden Maschinen im
Gesundheitsbereich können das imitierte Geschlecht und das fiktive Alter ebenso ent-
scheidend sein wie die mimische und gestische Ausdrucksfähigkeit. Weitere Kategorien –
die auf andere Roboterarten übertragen werden können – sind Entwicklungsstand,
Funktionsumfang, Autonomiegrad, Mobilitätsgrad, Gewicht, Geschwindigkeit, Schnellig-
keit, Nah- oder Fernsteuerung, Denkvermögen, Sprachfähigkeit, Lernfähigkeit sowie
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