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230 H. Becker
jeweiligen Hoffnungen, aber auch BefĂĽrchtungen vorgestellt. Anhand von Technik-
akzeptanzmodellen wird erläutert, welche Faktoren die Akzeptanz und Anwendung neuer
Technologien beeinflussen. Die Aussagen beruhen auf Literatur, eigenen Befragungen
im Rahmen der Studie zur Technologiefolgenabschätzung für TA-SWISS in 2011–2012
(Becker et al. 2013) und verschiedenen Diskussionen mit Gesundheitspersonal, Expertin-
nen und Experten und Betroffenen im Rahmen von Vorträgen und Podiumsdiskussionen.
13.2 Robotik und autonome Systeme in der
Gesundheitsversorgung
Roboter und autonome Systeme unterscheiden sich hinsichtlich:
• Grad der Autonomie: von ohne Autonomie über halbautonom bis vollautonom
• Komplexität: von einfach (z. B. nur in einer festgelegten Umgebung agierend) über
mittlere Komplexität (z. B. sich an eine definierte Umgebung anpassend) bis zu hoch
komplexen, selbstständig lernenden und entscheidenden Systemen
• Anwendungsbereichen in der Gesundheitsversorgung: z. B. in der Pflege, der Thera-
pie, Diagnostik, in Institutionen oder im häuslichen Einsatz
• Zielgruppen: professionelle und semiprofessionelle Nutzende und nicht-
professionelle Nutzende, verschiedene Altersgruppen, verschiedene Krankheitsbilder
und Einschränkungen
• Entwicklungsstand des Produkts: von Prototypen über erste Praxiseinsätze bis zum
vermarkteten Produkt
• Interaktion mit den Nutzenden: von einfachem Interface bis hin zur sozialen Inter-
aktion, bei der das Gerät als Akteur agiert
Es ist deshalb nicht möglich, Aussagen zu machen, die gleichermaßen auf alle Geräte-
typen zutreffen. In der von der TA-SWISS in Auftrag gegebenen Technologiefolgen-Ab-
schätzungsstudie (Becker et al. 2013) wurde deshalb zunächst eine Einteilung in Gruppen
vorgenommen. Kriterien fĂĽr die Zuordnung waren einerseits die Anwendungsbereiche
und andererseits der Interaktionsgrad mit dem Nutzenden. Je höher die soziale Interaktion
mit Nutzerinnen und Nutzern und die Autonomie der Geräte ist, umso riskanter wird das
Gerät eingeschätzt und umso größer sind die ethischen Bedenken (Butter et al. 2008).
Demnach wird folgende Gruppeneinteilung vorgeschlagen:
• Gruppe 1: Trainingsgeräte und Hilfsmittel
• Gruppe 2: Telepräsenzrobotik und Assistenzgeräte
• Gruppe 3: Sozial-interaktive Robotik
Die Einteilung ist fĂĽr die weitere Betrachtung von Nutzersicht und -akzeptanz hilfreich.
Allerdings ist eine trennscharfe Zuordnung nicht immer möglich, da Geräte häufig meh-
rere Anwendungsbereiche abdecken.
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