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Robotik in der Gesundheitsversorgung: Hoffnungen, Befürchtungen …
Der Kontext, in dem eine Technologie angewendet werden soll, beeinflusst die Akzeptanz:
• die Art der Aufgaben, die durch die Technikanwendung verrichtet oder erleichtert
werden sollen
• soziale Prozesse in Gruppen oder Organisationen, in denen Robotik angewandt werden
soll
• soziale Normen und Routinen
• kulturelle, soziale und wirtschaftliche Bedingungen
• gesamtgesellschaftliche Normen und Werte, rechtliche Rahmenbedingungen, politi-
sches Klima und Diskussionen
• die Art und Weise, in der die technische Innovation eingeführt wird (z. B. Schulung,
Kommunikationsverhalten der Einführenden, Mitgestaltungsmöglichkeiten) (nach
Schäfer und Keppler 2013, S. 27)
Faktoren des Roboters und seiner Funktion sind:
• Kosten und Nutzen des Gerätes
• Risiken und Zuverlässigkeit
• Bedienfreundlichkeit oder Benutzbarkeit
• Eignung der Technik zur Bewältigung der zu erfüllenden Aufgaben
• Ästhetische Aspekte (nach Schäffer und Keppler 2013)
13.6.3 Akzeptanzmodelle
Es existieren verschiedene Akzeptanzmodelle. Sie listen entweder nur die Faktoren fĂĽr
Akzeptanz auf, versuchen aufzeigen, wie die Faktoren zusammenwirken, damit es zur
Technikakzeptanz kommt, oder sie erklären den Prozess, der zur Technikakzeptanz
führt (siehe Schäfer und Keppler 2013). Hilfreich für den Bereich der Robotik sind
das Technologie-Akzeptanz-Modell (TAM) von Davis (1989), das Modell der „Unified
Theory of Acceptance and Use of Technology (UTAUT)“ und das Almere-Modell von
Heerink et al. (2010).
Das TAM wurde fĂĽr IT-Technologien entwickelt und in den letzten 30 Jahren weiter-
entwickelt und verfeinert. Unter Akzeptanz wird im Rahmen des Modells die tat-
sächliche Anwendung der Technologie durch die Nutzenden verstanden. Vereinfacht
ausgedrĂĽckt sind der wahrgenommene Nutzen (percieved usefulness) und die wahr-
genommene Benutzerfreundlichkeit (percieved ease of use) die Hauptfaktoren, die zur
Anwendung einer Technologie fĂĽhren. Sie werden beeinflusst von verschiedenen weite-
ren Faktoren, z. B. Erfahrung und Geschlecht (Venkatesh und Morris 2000), subjektive
Normen, Freiwilligkeit der Anwendung, Image, das mit dem Gebrauch verbunden ist,
Bedeutung für die Arbeit, Ergebnisqualität (Venkatesh und Davis 1996).
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