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Wissenschaftliche Integrität im Publikationsprozess 153
»Ein Plagiat liegt eindeutig vor, wenn Texte, Inhalte oder Ideen übernommen
und als eigene ausgegeben werden. Dies umfasst insbesondere die Aneig-
nung und Verwendung von Textpassagen, Theorien, Hypothesen, Erkennt-
nissen oder Daten durch direkte, paraphrasierte oder übersetzte Übernah-
me ohne entsprechende Kenntlichmachung und Zitierung der Quelle und
der Urheberin oder des Urhebers.« (UG2002-Änderung 13.1.2015; § 51 Abs. 2,
Z.31)
Plagiate ließen sich einfach vermeiden: Richtiges Zitieren ist wie ein Hand-
werk, das spätestens während des Studiums erlernt werden soll. Die meisten
Universitäten und viele wissenschaftliche Verlage bzw. Zeitschriften ver-
wenden inzwischen Software, um in wissenschaftlichen Arbeiten etwaige
Textgleichheiten mit Quellen aus dem Internet aufzufinden. Die Überprü-
fung von Abschlussarbeiten an Hochschuleinrichtungen wurde anfangs als
Generalverdacht gegen Studierende heftigst diskutiert, hat aber laut Uni-
versitäten durchaus zu einer verbesserten Qualität von Abschlussarbeiten
geführt. Unabhängig davon werden an einigen Forschungseinrichtungen
zum Beispiel auch Habilitationsschriften überprüft. Wie vorher erwähnt,
prüfen darüber hinaus auch Zeitschriften oder Verlage eingereichte Ma-
nuskripte. Sollte sich dabei ein Plagiatsverdacht ergeben, werden erst die
korrespondierenden Autorinnen und Autoren kontaktiert. Wenn es sich um
nur wenige bzw. kurze plagiierte Stellen handelt, haben diese die Möglich-
keit, die Stellen noch einmal zu überarbeiten bzw. entsprechend zu zitieren.
Sollte es sich tatsächlich um ein grobes Plagiat handeln und sich die Auto-
rinnen und Autoren nicht einsichtig zeigen oder keine zufriedenstellende
Erklärung abgeben, würden sich die Zeitschriften in letzter Konsequenz an
die jeweilige Institution wenden (siehe auch Empfehlungen des Committee
on Publication Ethics).
Mit der eingesetzten Plagiatssoftware kann man allerdings sogenanntes
Ghostwriting (siehe Abschnitt 2.5) nicht erkennen und sogenannte Überset-
zungsplagiate nur schwer entdecken.
2.2 Autorschaftskonflikte
Autorschaftskonflikte sind die zweithäufigste Kategorie an Fällen, wie die
Statistik der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität zeigt.
Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und das
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Title
- Publikationsberatung an Universitäten
- Subtitle
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Authors
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Category
- Medien