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Wissenschaftliche Integrität im Publikationsprozess 155
Eine andere Initiative nennt sich CRediT (Contributor Roles Taxonomy).8
Hier werden 14 spezifische Beitragsformen (»contributorship«) der Wissen-
schaftlerinnen und Wissenschaftler definiert. Diese gehen über die klas-
sische Autorschaft (»authorship«) hinaus und bieten Verlagen, Zeitschrif-
ten aber auch Forschungs- und Förderinstitutionen die Möglichkeit, mehr
Transparenz und Sichtbarkeit in die tatsächlichen Leistungen der Forschen-
den zu schaffen.
2.3 »Publication bias«
Die Bewahrung einer Unvoreingenommenheit den eigenen Forschungs-
ergebnissen gegenüber ist für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
wichtig, auch wenn sie nicht immer leichtfällt. Denn die aufgestellte For-
schungshypothese soll nicht nur getestet werden, sondern sich im besten
Fall auch bestätigen. Das kann dazu führen, dass Daten, die die Hypothe-
se nicht bestätigen oder ihr gar widersprechen, ignoriert werden.9 Oft sind
Forschende der Meinung, dass Zeitschriften keine »negativen« Forschungs-
ergebnisse publizieren wollen, diese wiederum weisen dies zurück und sind
der Meinung, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler würden solche
Ergebnisse nicht zur Publikation einreichen. Wer auch immer am Anfang
dieser »Henne-oder-Ei« Diskussion steht, es führt zu einem positiven »bias«
in der Literatur, denn es werden hauptsächlich positive Ergebnisse publi-
ziert. Dabei wäre es oft wesentlich wichtiger zu wissen, wenn zum Beispiel
zuvor Publiziertes widerlegt wurde, etwas nicht funktioniert oder nicht re-
produziert werden kann. Initiativen wie zum Beispiel die Transparency and
Openness Promotion (TOP) Guidelines10 des Center of Open Science oder auch
Zeitschriften wie das International Journal of Re-Views in Empirical Econo-
mics11 bemühen sich um mehr Transparenz und Reproduzierbarkeit von For-
schungsergebnissen.
8 https://www.casrai.org/credit.html
9 Siehe Vortrag von Brian Nosek, »Scientific Utopia – Improving Transparency in Scholarly
Communication« (Wien, 21.09.2016), zuletzt geprüft am 03.12.2019, https://www.fwf.ac.at/
de/news-presse/veranstaltungsrueckblick/einzelansicht/eventreview/brian-nosek-ueber-
wahrheit-und-transparenz-in-der-wissenschaft/eventpid/921/back/256/
10 https://cos.io/top/
11 https://www.iree.eu/
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Title
- Publikationsberatung an Universitäten
- Subtitle
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Authors
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Category
- Medien