Page - 169 - in Publikationsberatung an Universitäten - Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
Image of the Page - 169 -
Text of the Page - 169 -
Qualitätssicherung und Predatory Publishing in der Publikationsberatung 169
Die oben genannten Kriterien sind für die meisten Fachgebiete anwendbar
und für Autorinnen und Autoren leicht überprüfbar. Dennoch soll an dieser
Stelle darauf hingewiesen werden, dass die Kriterien zur Qualitätssicherung
aufgrund der Unterschiede in den Publikationskulturen der verschiedenen
Wissenschaftsdisziplinen nicht einheitlich festgelegt werden können.
Eine Publikation sollte nur dann eingereicht werden, wenn die Angaben
auf der Website zur Zeitschrift selbst sowie zum Publikationsprozess trans-
parent und nachvollziehbar sind. Es ist für den wissenschaftlichen Impact
eines Beitrages entscheidend, die thematisch sowie qualitativ bestmögliche
Zeitschrift bzw. den geeignetsten Verlag zu wählen, damit eine größtmög-
liche Verbreitung innerhalb der Zielgruppe erreicht werden kann.
Die Qualitätssicherung in den Geistes- und Sozialwissenschaften, deren
Publikationskultur auch Monografien und Sammelbandpublikationen um-
fasst, wird durch die Komponenten Herausgeberinnen bzw. Herausgeber
sowie Prestige von Reihen und Verlagen erweitert. Je nach Disziplinen hat
sich eine starke Bindung an bestimmte prestigeträchtige (Buch-)Verlage ent-
wickelt. Es gibt angesehene Reihen sowie Herausgeberinnen und Heraus-
geber, deren Reputation für eine geistes- und sozialwissenschaftliche Publi-
kation Einfluss haben.
1.4 Problematik des Peer Review
Peer Review stellt zwar ein wichtiges Element der Qualitätssicherung dar,
ist jedoch kein »Allheilmittel« zur Garantie wissenschaftlicher Qualität. Ein
gewissenhaft durchgeführtes Peer-Review-Verfahren kann gegebenenfalls
Fehler in Methodik, Hypothesen und Schlussfolgerungen, aber keine ge-
schickt gemachten Fälschungen entlarven, insbesondere, wenn die Original-
daten, auf die sich die Interpretationen und Schlussfolgerungen beziehen,
nicht vorliegen.
Nicht nur in Predatory Journals (siehe Abschnitt 2) werden häufig quali-
tativ weniger hochwertige bis schlicht falsche, manipulierte oder unseriöse
Studien und Forschungsergebnisse publiziert, auch bei seriösen hochran-
gigen Zeitschriften konnten bereits derartige Fälle nachgewiesen werden.16
Daneben gab es in der Vergangenheit bereits mehrere Experimente, bei denen
16 Siehe z. B. R. G. Steen, »Retractions in the Scientific Literature: Do Authors Deliberately
Commit Research Fraud?«, Journal of medical ethics 37, Nr. 2 (2011), doi:10.1136/jme.2010.03
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Title
- Publikationsberatung an Universitäten
- Subtitle
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Authors
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Category
- Medien