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Lisa Schilhan, Karin
Lackner174
erstattung zu den australischen Buschbränden zeigt – auch seriöse Medien
fallweise ungeprüft Informationen übernehmen und damit nicht immer als
zuverlässige Informationsquelle betrachtet werden können.
2.2 Überprüfung von Predatory Journals
Neben den im obigen Abschnitt 1.3 »Qualitätssicherung beim Publikations-
prozess« genannten allgemeinen Evaluationskriterien für Zeitschriften gibt
es bei Predatory Journals einige Besonderheiten zu berücksichtigen.
Predatory Journals nennen, um sich wissenschaftlich zu geben, in man-
chen Fällen Forschende in ihren Editorial Boards, die entweder frei erfun-
den sind oder die ohne ihre Zustimmung im Editorial Board genannt wer-
den. In anderen Fällen existieren die Personen zwar, sind aber beruflich in
anderen Forschungsbereichen tätig und damit keine Expertinnen bzw. Ex-
perten für das Fachgebiet der Zeitschrift.29 Bei der Evaluierung ist also unter
anderem darauf zu achten, ob die genannten Personen tatsächlich existieren
und wenn ja, ob sie Expertise im entsprechenden Fachgebiet haben und die
von der Zeitschrift angegebene Funktion (Editor in Chief, Member of Edi-
torial oder Advisory Board u. Ä.) tatsächlich innehaben – oft werden diese
Funktionen auf der eigenen Website, im wissenschaftlichen Lebenslauf
o. Ä. erwähnt. Eine Studie30 zeigt allerdings, dass es sich bei Editorial Board
Members von Fake Journals häufig tatsächlich um Fachexpertinnen und -ex-
perten handelt. Dies kann zum einen daran liegen, dass diese Personen ohne
ihr Wissen im Editorial Board genannt sind, zum anderen – insbesondere
bei Nachwuchsforschenden – daran, dass die Rolle als Editor als karriere-
fördernd und ein »Call for editors« als Chance wahrgenommen wird, ohne
gegebenenfalls das Journal zuvor genauer zu überprüfen. Hinzu kommt,
dass vielen (Nachwuchs-)Forschenden das Phänomen Predatory Publishing
29 Zu fragwürdigen Praktiken rund um die Zusammensetzung von Editorial Boards von
Fake Journals siehe z. B. Tom Spears, »The Editor is Deceased: Fake Science Journals hit
new low«, Ottawa Citizen, 26.10.2015, zuletzt geprüft am 31.03.2020, https://web.archive.
org/web/20191109041424/https://ottawacitizen.com/technology/science/the-editor-is-
late-fake-science-journals-hit-new-low
30 Leon Ruiter-Lopez, Sandra Lopez-Leon und Diego A. Forero, »Predatory Journals: Do
not Judge Journals by Their Editorial Board Members«, Medical teacher 41, Nr. 6 (2019),
doi:10.1080/0142159X.2018.1556390
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Title
- Publikationsberatung an Universitäten
- Subtitle
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Authors
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Category
- Medien