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Ulrike
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auch als Publishing Fee ausgewiesen) hängt von der Zeitschrift ab, in der
veröffentlicht werden soll. Zurzeit reicht die signifikante Spannweite etwa
von 500 bis 4.500 Euro,4 je nachdem, wie Verlag bzw. Eigentümer die Pro-
duktionskosten, den Marktwert und die Gewinnmargen einer Zeitschrift
berechnen. Dabei bieten viele kommerzielle Verlage Rabatte an, um der
unterschiedlichen Verfügbarkeit finanzieller Ressourcen Rechnung zu tra-
gen (z. B. regionale Herkunft/globaler Süden, Beschäftigungssituation/wis-
senschaftliche Statusgruppen etc.).
Article Processing Charges haben sich seit ihrer Einführung im Jahr
20005 de facto zum Standard bei den Open-Access-Geschäftsmodellen ent-
wickelt. Eine Variante aus dem Non-Profit-Bereich ist die freiwillige APC,
über deren Zahlung die Autorinnen bzw. Autoren selbst entscheiden. In sol-
chen Fällen verfügt die Zeitschrift über eine alternative Grundfinanzierung
(z. B. Fachgesellschaft, Konsortium), die mittels der APC ergänzt wird.
1.1 Zentralisierte APC-Abwicklung
Trotz der individuellen Abrechnung werden Article Processing Charges von
den Autorinnen bzw. Autoren selten selbst bezahlt. Sie werden entweder aus
Instituts- oder Projektmitteln bestritten oder aus einem zentralen Open-
Access-Budget finanziert. An vielen wissenschaftlichen Einrichtungen resp.
Bibliotheken wurden zu diesem Zweck Open-Access-Publikationsfonds
eingerichtet, die die Kosten für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf
Antrag hin ganz oder teilweise übernehmen.6 Die Bewirtschaftung dieser
Fonds folgt meist definierten Förderkriterien, die z. B. Kostenobergrenzen,
Paywall steht. Ähnliches gilt für die Druckkostenzuschüsse, die viele Buchautorinnen und
-autoren in variabler Höhe zu entrichten gewohnt sind (s. u.).
4 Vgl. dazu auch Katie Shamash, Article Processing Charges (APCs) and Subscriptions: Monitoring
Open Access Costs (2016), zuletzt geprüft am 27.01.2020, https://www.jisc.ac.uk/sites/de
fault/files/apc-and-subscriptions-report.pdf
5 BMC, Pionier des Modells, und PLOS nutzen APCs seit 2002 als zentrales Geschäftsmodell.
Zur frühen Diskussion z. B. Tony Delamothe, Fiona Godlee und Richard Smith, »Scienti-
fic Literature’s Open Sesame?«, BMJ (Clinical research ed.) 326, Nr. 7396 (2003), doi:10.1136/
bmj.326.7396.945
6 Siehe z. B. Heinz Pampel und Marco Tullney, »3b. Open-Access-Publikationsfonds«, in Pra-
xishandbuch Open Access, hg. v. Konstanze Söllner et al. (Berlin, Boston: De Gruyter, 2017),
162–72.
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Title
- Publikationsberatung an Universitäten
- Subtitle
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Authors
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Category
- Medien