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Ulrike
Kändler186
von Zeitschriften vom Subskriptionsmodell zu Open Access blieb bislang die
Ausnahme.8
Die Mehrzahl der etablierten Zeitschriften folgt stattdessen dem so-
genannten Hybrid-Modell: Die Zeitschrift verkauft weiterhin ihre Abonne-
ments für den Lesezugriff. Sie veröffentlicht gegen Zahlung einer APC (s. o.)
aber auch einzelne Artikel im Open Access, sofern die Autorinnen bzw. Au-
toren dies wünschen.
Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist das hybride Modell
attraktiv, da sie in ihren Wunschzeitschriften publizieren und gleichzeitig
bestehende Open-Access-Mandate erfüllen können. Bei Open-Access-Pro-
fessionals hingegen ist es hoch umstritten. Erstens, weil es im Verdacht
des »double dipping« steht, jedenfalls so intransparent ist, dass sich dieser
Verdacht nie ausräumen ließ. Zweitens, weil es keine Transformationspers-
pektive bietet – die Zeitschriften arbeiten grundsätzlich weiter wie bisher.
Drittens, weil das Modell teurer ist und die durchschnittlichen Article Pro-
cessing Charges von Hybrid-Zeitschriften grundsätzlich höher liegen als die
reiner Open-Access-Zeitschriften.9
Beim Offsetting sollen die Abonnementgebühren und die Article Pro-
cessing Charges, die eine Institution an einen einzelnen Verlag zahlt, in Be-
ziehung gesetzt und miteinander verrechnet werden. Im weitesten Sinne
betrachtet handelt es sich bei Offsetting-Verträgen also um Lizenzverträge
mit unterschiedlich gestalteten Open-Access-Komponenten. Oder anders
formuliert: Es sind Lizenzverträge, die grundsätzlich beide Kostenarten
kennen, Subskriptionskosten sowie Open-Access-Kosten, und einen Aus-
gleich der Ausgaben vornehmen. Unter Open-Access-Professionals wird er
jedoch häufig enger gefasst. Dann sind damit nur Regelungen gemeint, auf-
grund derer die Subskriptionskosten reduziert werden, sobald die Open-Ac-
cess-Ausgaben steigen. Wie die Bedingungen für das Offsetting aussehen,
wie avanciert die Verrechnungsmodelle, wie ausgeprägt die transformative
Zielsetzung und wie ausbalanciert die Ausgaben sind, ist prinzipiell wie bei
8 Vgl. z. B. Rob Johnson, Anthony Watkinson und Michael Mabe, »The STM Report: An Over-
view of Scientific and Scholarly Publishing«, 1968–2018 Celebrating the 50th Anniversary of
STM, International Association of Scientific, Technical and Medical Publishers, zuletzt ge-
prüft am 08.01.2020, https://www.stm-assoc.org/2018_10_04_STM_Report_2018.pdf, 104.
9 Vgl. Shamash, Article Processing Charges (APCs) and Subscriptions, 14; auch Najko Jahn und
Marco Tullney, »A Study of Institutional Spending on Open Access Publication Fees in Ger-
many«, PeerJ 4 (2016), doi:10.7717/peerj.2323
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Title
- Publikationsberatung an Universitäten
- Subtitle
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Authors
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Category
- Medien