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Open-Access-Finanzierung 189
haben alle Mitglieder der Einrichtung Zugriff auf die Subskriptionsinhalte.
Gleichzeitig werden eigene Beiträge ohne weitere Bepreisung Open Access
veröffentlicht. Die Lesegebühr errechnet sich aus der Gesamtzahl aller be-
zahlpflichtigen Artikel des Hybrid-Zeitschriftenportfolios, multipliziert mit
einem bestimmten Pauschalpreis. Für die Publikationsgebühr werden die
Artikel gezählt, die von Autorinnen und Autoren der lizenznehmenden Ein-
richtung in RSC-Hybrid-Zeitschriften publiziert wurden, ihre Anzahl wird
mit einer Standard-APC multipliziert und ein prozentualer Rabatt abgezo-
gen. Je nachdem, wie viele Artikel die eigenen Autorinnen und Autoren im
Jahr publizieren, steigt im übernächsten Jahr die Publikationsgebühr. Doch
je mehr im Open Access publiziert wird – so zumindest die mechanische
Logik – desto geringer fällt zukünftig die Lesegebühr aus. Das Modell in-
tegriert also beide Kostenarten in einem Big Deal. Allerdings ist es für eine
einzelne Einrichtung zunächst einmal kaum bemerkbar, ob sich die Lesege-
bühr reduziert. Denn diese Verrechnung erfolgt nur auf globaler Ebene und
fällt preislich erst bei hoher Skalierung ins Gewicht
– und selbstverständlich
auch nur, wenn die reale Zahl der Paywall-Artikel tatsächlich sinkt und nicht
einfach das Publikationsvolumen steigt.
1.4 Publish & Read
Wenn ein Vertrag nicht mehr mit Read&Publish überschrieben wird, son-
dern in umgekehrter Reihenfolge, dann ist das ein deutlicher Hinweis auf
veränderte Schwerpunkte in den Geschäftsbeziehungen zwischen Verlag
und Kunden. In verschiedenen Ländern Europas wird auf nationaler Ebene
mit den großen Wissenschaftsverlagen verhandelt, um die Open-Access-
Transformation zu fördern.16 Mit diesem Ziel wurde 2019 auch in Deutsch-
land ein erster nationaler Publish&Read-Vertrag mit Wiley abgeschlossen
(Projekt DEAL), der hier beispielhaft kurz beleuchtet werden soll.17 Der
Vertrag umfasst das Zugriffsrecht auf alle kostenpflichtigen Artikel sowie
die standardmäßige Open-Access-Publikation für Autorinnen und Autoren
16 Siehe z. B. die entsprechenden Projekte und geschlossenen Verträge in den Niederlanden
(VSNU), der Schweiz (SBFI u. SNF, swissuniversities), Österreich (KEMÖ), Schweden (Bib-
sam), Finnland (FinELib) und Norwegen (Unit).
17 https://www.projekt-deal.de/, zuletzt geprüft am 13.12.2019. Vertragstext: Frank Sander
et al., Projekt DEAL – John Wiley & Son Publish and Read Agreement. doi:10.17617/2.3027595
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Title
- Publikationsberatung an Universitäten
- Subtitle
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Authors
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Category
- Medien