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Publikationsmonitoring 209
einfach zugängliche Berichterstellung ermöglichen. Eventuell basieren auch
Steuerungsversuche z. B. per leistungsorientierter Mittelvergabe auf diesen
Daten. Eine weitere Zielgruppe entsprechender Systeme ist die interessierte
Öffentlichkeit.20
Es ist wichtig, dass Forschungsinformationssysteme offen ausgestaltet wer-
den, mit frei nutzbaren Metadaten und offenen, standardisierten Schnittstellen,
um darauf zuzugreifen. Nur dann ist gewährleistet, dass die Daten in Monito-
ring und Analysen problemlos einfließen können. Interne Berichtsfunktionen
sind in manchen Fällen nicht ausreichend, z. B. wenn einrichtungsübergrei-
fend ausgewertet werden soll (für eine Gruppe von Einrichtungen, für ein Bun-
desland, eine Nation etc. unter Verwendung verschiedener lokaler Systeme
und Workflows). Zudem ermöglichen frei nutzbare Daten die Transparenz
und Reproduzierbarkeit des Monitorings. Wenn die Metadaten lokal21 geprüft,
angereichert und aktuell gehalten werden, steigen Qualität und Vollständig-
keit22 der Daten gegenüber der reinen Nachnutzung von Daten aus kommer-
ziellen Datenbanken.23 Eine offene Infrastruktur vernetzter und miteinan-
der abgeglichener Datenquellen ermöglicht ein glaubwürdiges Monitoring.24
Dies ist auch in der Beratungspraxis wichtig, damit ein Zugriff auf verläss-
liche und vergleichbare Daten auch für Beraterinnen und Berater sowie für die
einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler existiert.
Bislang basieren die meisten Monitoringvorhaben jedoch nicht auf FIS-
Systemen und vollständigen Metadaten, sondern auf kommerziellen Publi-
kationsdatenbanken, insbesondere Web of Science, Scopus oder zunehmend
Dimensions. Da diese Systeme einen vielfältigen Bias aufweisen (z. B. eine
20 Allerdings obliegt es der jeweiligen Einrichtung, das FIS transparent, vollständig und of-
fen auszugestalten. Diese Interessen kollidieren unter Umständen mit dem Interesse von
Forschenden oder Verwaltung, bestimmte Forschungsprojekte oder -themen geheim zu
halten.
21 Die lokale Pflege der Daten erhöht auch die Datenhoheit der Einrichtung. Die Verwen-
dung selbst betriebener, vorzugsweise auf Open-Source-Software basierender Systeme
erhöht die Hoheit über die Sicherheit, Anpassbarkeit etc. der Architektur.
22 Zum Beispiel hinsichtlich der Zugehörigkeit zu einer Institution oder hinsichtlich der Er-
fassung von Publikationen in kleineren, nicht-englischsprachigen Zeitschriften oder von
so genannter grauer Literatur.
23 Zudem existieren gegebenenfalls vertragliche Einschränkungen bei der Nutzbarkeit der
aus solchen Datenbanken entnommenen Metadaten.
24 Vgl. hierzu auch Mikael Laakso, Infrastructure for Data on Open Access: Openness, Sustaina-
bility, Reproducibility (Technische Informationsbibliothek (TIB), 2019), doi:10.5446/44026
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Title
- Publikationsberatung an Universitäten
- Subtitle
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Authors
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Category
- Medien