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Lisa
Schilhan250
hält, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass andere Autorinnen und
Autoren den Titel falsch zitieren, was das Auswerten dieser Zitation wie-
derum unmöglich macht. Die Zitationsanalysetools werden diese falsch
zitierten Referenzen nicht dem eigentlichen Artikel zuordnen, dieser wird
daraufhin schlechter gerankt, was zu einer verminderten Sichtbarkeit und
infolgedessen zu einer geringeren Anzahl an Zitationen führt. Es ist also
im Eigeninteresse der Autorinnen und Autoren, einen Titel zu wählen, der
diese Fehlerquellen minimiert. Die akademische Freiheit wird durch diese
Optimierung nicht eingeschränkt, da die ASEO-optimierten Titelvarianten
»Spiele für Kinder und Erwachsene im Mittelalter« oder »Kinderspiele und
Spiele für Erwachsene im Mittelalter« mit dem Ausgangstitel inhaltlich de-
ckungsgleich sind.
Dasselbe gilt auch für die Verwendung von Umlauten, Formeln und
der gendergerechten Sprache. Sofern es möglich ist, sollten diese im Sinne
der ASEO vermieden und bei der gendergerechten Sprache auf Sonderzei-
chen wie das Sternchen, den Schrägstrich oder einen Bindestrich verzichtet
werden. Anstatt dessen sollten beide Varianten ausgeschrieben verwendet
werden. Das Beispiel Autor*innen zeigt, dass eine Suchmaschine Probleme
hätte, die Variante »Autorin« zu finden, bzw. bei dem Suchbegriff »Autorin«
dieses Ergebnis nicht gefunden oder schlechter gerankt werden würde.
Eine Optimierung, die weniger mit der Suchmaschinentechnologie als
mit dem Suchverhalten der Nutzerinnen und Nutzer zu tun hat, ist die Ge-
staltung aussagekräftiger Titel. Besonders in den Geistes- und Sozialwissen-
schaften gibt es eine traditionelle Publikationskultur mit kreativen Titeln,
die Interesse wecken oder das Thema illustrieren sollen, jedoch nicht immer
den Inhalt des Artikels wiedergeben. Der inhaltliche Zusammenhang wird
oft erst im Untertitel erklärt. Suchsysteme stufen Untertitel als ungleich we-
niger relevant ein als den Titel. Die Verwendung von Untertiteln sollte man
aus ASEO-Sicht generell reduzieren und versuchen, sich auf das Titelfeld zu
beschränken. In vielen Datenbanken werden Untertitel nicht in der Ergeb-
nisliste angezeigt, was zur Folge hat, dass diese Artikel schlecht gerankt bzw.
von den Usern schlecht identifiziert werden können. Dies trifft im Besonde-
ren auf Titel zu, welche Zitate enthalten. Der Artikel mit dem Titel »There are
no cats in America!« – Szenen der Schiffsüberfahrt in Don Bluths »An American
Tail« und Shaun Tans »Ein anderes Land« als Repräsentationen einer liminalen
Migrationserfahrung« birgt nicht nur einige Fehlerquellen für die erfolgrei-
che Indexierung und das Ranking der Suchmaschinen und Zitationsanaly-
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Title
- Publikationsberatung an Universitäten
- Subtitle
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Authors
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Category
- Medien