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Zielgruppenspezifisches Marketing von publikationsunterstützenden Angeboten 351
Nicht alle Forschenden nutzen das Internet und Social Media auf dieselbe
Weise. Ein beliebtes Kommunikationstool bei Forschenden ist beispiels-
weise Twitter. Dennoch gibt es in der Nutzung des Dienstes Unterschiede
zwischen Forschenden: Computerwissenschaftlerinnen und -wissenschaft-
ler sowie Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sind beispiels-
weise besonders gut auf Twitter repräsentiert. Andere Fachrichtungen wie
Mathematik sind hingegen unterrepräsentiert.4 Forschende mit bestimmten
Positionen wie PhD-Studierende unterhalten sich auf Twitter wiederum mit
speziellen Hashtags (beispielsweise #phdchat).5
Wie stark Zielgruppen voneinander getrennt werden, hängt schlussend-
lich vom Beratungsangebot ab. Es ist notwendig, die gebotenen Services zu
analysieren und zu überlegen, auf welche Forschenden die einzelnen Ser-
vices zugeschnitten sind. Dabei muss sich ein Angebot nicht immer auf nur
eine einzelne Zielgruppe beschränken. Wichtig ist aber in weiterer Folge
mitzudenken, dass unterschiedliche Zielgruppen für dasselbe Angebot bei
der Bewerbung anders angesprochen werden müssen, um eine optimale
Wirkung zu erzielen.
Eine detaillierte Zielgruppenbeschreibung kann folgendermaßen ausse-
hen: Die Zielgruppe der Senior Scientists und Assistenzprofessorinnen und
-professoren besteht aus Personen, die ca. 30 bis 45 Jahre alt sind. Sie sind
auf ihre wissenschaftliche Karriere bedacht und wollen daher ihr wissen-
schaftliches Profil schärfen. Sichtbarkeit und Impact sind für sie von großer
Bedeutung, doch wird ihnen das Wissen darüber nicht immer vermittelt.
Dieses Wissen kann ihnen die Bibliothek über mehrere Kanäle zur Verfü-
gung stellen. Ihre Zeit, sich über Publikationsmöglichkeiten und -wege zu
informieren, ist gering. Sie brauchen deshalb zielgerichtete, kompetente Be-
ratung. Das Web ist für diese Zielgruppe ein Alltagstool. Facebook, Twitter
und Websites sind für sie selbstverständliche Informationskanäle, wobei
der Fokus auf Information und Weiterbildung liegt. Durch ihre begrenzte
Zeit bevorzugen sie, schnell und passiv informiert zu werden, beispielswei-
se über Twitter. Weitere Informationen holen sie sich über Websites oder
4 Vgl. Qing Ke, Yong-Yeol Ahn und Cassidy R. Sugimoto, »A Systematic Identification and
Analysis of Scientists on Twitter«, PLoS ONE 12, Nr.
4 (2017), doi:10.1371/journal.pone.0175368
5 Vgl. Yimey Zhu und Rog Procter, »Use of Blogs, Twitter and Facebook by UK PhD Students
for Scholarly Communication«, Observatorio (OBS*) 9, Nr. 2 (2015), zuletzt geprüft am
03.12.2019, www.scielo.mec.pt/pdf/obs/v9n2/v9n2a02.pdf
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Title
- Publikationsberatung an Universitäten
- Subtitle
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Authors
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Category
- Medien