Page - 121 - in Reflexiver Kosmopolitanismus - Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
Image of the Page - 121 -
Text of the Page - 121 -
CHRISTIAN (HANDbUCH) 121
Klasse vorzustellen. Wichtig dabei ist es, nicht einfach eine Vereinbarung zu
treffen, sondern in der Lage zu sein, Gründe für die angeführten Kriterien zu
geben. Während der Besprechung ist es ausschlaggebend, dass die Schülerinnen
und Schüler über die Konsequenzen ihrer Regeln und über deren Beeinflussung
auf das eigene Denken und Handeln und jenes der Klasse nachdenken.
Episode 6: Das Team bilden. Die Mädchen wollen
mitmachen
Leitgedanke 1: Diversität und Diskriminierung
Aus kosmopolitischer Perspektive wird Diversität als Vielfalt von Menschen in unterschied-
lichen Settings, die Zugehörigkeit der Menschen zu einer bestimmten Kultur, Zeit und ei-
nem bestimmten sozialen und lokalen Umfeld, Familie und Freundeskreis verstanden. Es
ist die Bezeichnung einer „natürlichen“ Situation, basierend auf den Daten und Fakten, die
die Identität der Menschen bestimmt. Identität handelt, von einer natürlichen Perspektive
aus gesehen, von Unterschieden und es ist uns bewusst, wie wir ohne zu urteilen, allein
auf Grund der Tatsache, dass wir verschieden oder ähnlich sind, differenzieren können,
ohne einer Person aufgrund ihrer Identität einen bestimmten Wert zuzuschreiben. Diskri-
minierung impliziert eine Wahl basierend auf Unterschieden, die diesen einen bestimmten
Wert zuschreibt.
Die ganze Zeit wählen wir zwischen Alternativen und Möglichkeiten, die von Unter-
schieden und Ähnlichkeiten ausgehen. Bei Diskriminierung bezieht sich die Wahl gewöhn-
lich auf generelle Charakteristika von Gruppen (ohne die individuellen Charakteristika einer
Person zu berücksichtigen). Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft, Religion, sexu-
eller Orientierung, Kultur oder politischer Ideen ist immer sehr problematisch. Ein Beispiel
hierfür finden wir in der Geschichte Christian, in der es einem Mädchen nicht erlaubt ist,
in dem Team Fußball zu spielen, nur weil sie ein Mädchen ist, ohne auch nur ein einziges
wichtiges Kriterium, wie ihre Fähigkeit Fußball zu spielen, zu berücksichtigen. Hier wird
von den Jugendlichen vorausgesetzt, dass Mädchen generell schlechter spielen als Jun-
gen und diese Generalisierung wird dann auf das eine Mädchen übertragen. Außerdem
wird vorausgesetzt, dass ein Mädchen zu sein ein relevantes Kriterium dafür ist, zum Team
zu gehören oder nicht.
Verbunden mit der Idee der Gerechtigkeit, die wir bereits in früheren Kapiteln ken-
nengelernt haben, wurde in manchen Ländern die sogenannte „Positive Diskriminierung“
bestimmter Minderheiten eingeführt, die sich aus historischen Gründen in benachteilig-
ten Situationen befinden und insofern mehr Unterstützung und besserer Möglichkeiten
bedürfen.
Die folgenden Diskussionspläne und Übungen unterstützen Ihre Schülerinnen und
Schüler beim Reflektieren über Unterschiede und Ähnlichkeiten sowie deren Relation zu
Identität, letztlich auch beim Nachdenken über die Idee der „Positiven Diskriminierung“.
Übung: Ähnlichkeiten und unterschiede
Analysiere die Relevanz von Ähnlichkeiten und Unterschieden der folgenden Sät-
ze, stelle dir einen ziemlich allgemeinen Kontext vor und suche nach Kriterien, die
für diese Unterschiede und Ähnlichkeiten relevant sind. Es ist vor allem wichtig,
Reflexiver Kosmopolitanismus
Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
- Title
- Reflexiver Kosmopolitanismus
- Subtitle
- Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
- Editor
- Ediciones La Rectoral
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-SA 4.0
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 190
- Categories
- Lehrbücher PEACE Projekt