Page - 141 - in Reflexiver Kosmopolitanismus - Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
Image of the Page - 141 -
Text of the Page - 141 -
CHRISTIAN (HANDbUCH) 141
(Familie, Freunde, Basketballteam, Nachbarschaft, Stadt, Land), oder in Beziehung zur
Zeit (wie wir uns verändern und doch noch immer dieselben sind), hilft uns, unsere eigene
Vielfältigkeit zu reflektieren und die Vielfältigkeit anderer zu verstehen. In Episode 2 haben
wir Identität in Beziehung zu Zugehörigkeit (personaler, kultureller, öffentlicher Identität)
besprochen. Jetzt geht es um die Relation zwischen Identität, Selbst (personaler Identität
auf Basis der Zugehörigkeit zu einer Gruppe) und räumlicher Umwelt.
Der Sozialforscher Étienne Wenger beschreibt unsere Wirklichkeit als eine Konstellation
von Gesellschaften, wo Menschen gleichzeitig zu verschiedenen Gemeinschaften gehören.38
Diejenigen, die zwischen diesen vermitteln, sind besonders wichtig, da sie Möglichkeiten
des Austauschs schaffen; dies ist von beidseitigem Vorteil. Bochdan ist einer dieser „Ver-
mittler“, der Christian hilft, das Mädchen aus der anderen Gruppe, das er mag, kennenzuler-
nen. Wir gehören zu verschiedenen Gruppen und die Kombination all dieser Verbindungen
ist Teil dessen, was uns als Individuen definiert und was zu unserer Identität gehört. Es ist
die Rede von personaler, sozialer, öffentlicher, kultureller Identität einer Person oder es wird
von Geschlechtsidentität, sozialer oder nationaler Identität ganzer Personengruppen ge-
sprochen. Wie wir mit der internen Pluralität zurechtkommen, kann uns helfen zu verstehen
mit externer Pluralität besser umzugehen und Vielfalt zu verstehen.
Zur Vorbereitung können Sie auch folgenden Diskussionsplan im Handbuch Ella, Episode 3,
Leitgedanke 2 „Diversität”, Diskussionsplan „Diversität” heranziehen.
Diskussionsplan: ich-identität und Vielfalt
1. Bist du in all den Gruppen, zu denen du gehörst (Familie, Freunde, Team, Schu-
le), immer dieselbe Person?
2. Wenn nicht, wann bist du am glĂĽcklichsten und du selbst?
3. Wenn du unterschiedlich handelst, bist du dieselbe Person oder jedes Mal eine
andere?
4. Ist immer dieselbe Person zu sein besser als verschieden zu sein?
5. Ist dieselbe Person zu sein leichter als verschieden zu sein?
6. Was bist du in einem größeren Ausmaß: Schüler bzw. Schülerin? Sohn/Tochter?
Fan eines Teams? Ecuadorianisch, spanisch, dominikanisch, …?
7. Warum bist du mehr … als …?
8. Kannst du zur selben Zeit ein SchĂĽler bzw. eine SchĂĽlerin, ein Sohn bzw. eine
Tochter oder ein Freund bzw. eine Freundin sein?
9. Ist es wichtiger, ein SchĂĽler bzw. eine SchĂĽlerin, ein Sohn bzw. eine Tochter oder
ein Freund bzw. eine Freundin zu sein?
10. Wenn dich andere beschreiben und du dich selbst beschreibst, welche Beschrei-
bung trifft eher auf dich zu?
11. Warum bist du dir sicher, du selbst zu sein?
12. Wählst du, wer du bist?
Übung: Flexibilität
Tree (Baum) und Reed (Schilfrohr) leben zusammen auf der Spitze eines HĂĽgels.
Tree beschĂĽtzt Reed mit seinem Schatten vor der Sonne und Reed reagiert auf die
Langweile von Tree, indem er ihn kitzelt und ihm etwas vortanzt.
38 Wenger, Étienne: Community of Practice. Cambridge University Press, New York 1998.
Reflexiver Kosmopolitanismus
Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
- Title
- Reflexiver Kosmopolitanismus
- Subtitle
- Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
- Editor
- Ediciones La Rectoral
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-SA 4.0
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 190
- Categories
- LehrbĂĽcher PEACE Projekt