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Reflexiver Kosmopolitanismus - Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
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IM UND UM DEN PARK (HANDbUCH) 159 6. Kann ich meinen Freund beziehungsweise meine Freundin als mein Eigentum auffassen? 7. Kann ich meinen Körper als mein Eigentum auffassen? 8. Kann ich meine Nachbarschaft als mein Eigentum auffassen? 9. Kann ich meinen Hund als mein Eigentum auffassen? Übung: Eigentum/Besitz/Zugehörigkeit Schließt eure Augen und denkt an Dinge, die euch momentan durch den Kopf ge- hen. Öffnet nach einer Weile die Augen und erzählt, was ihr gedacht habt. Alles soll auf der Tafel notiert werden. Dann entscheiden alle gemeinsam bezüglich jedes einzelnen Dinges, in welche Art die Beziehung sein kann: Eigentum – Besitz – Zu- gehörigkeit, oder ob es in keine Art dieser Beziehungen fällt. Begründet eure Ent- scheidungen. Episode 4: Die Beute Leitgedanke 1: Verteilungsgerechtigkeit In der vierten Episode teilen die Jungen die gestohlene Beute aus dem Sekretariat der Schule auf. Die Situation wirft konsequenterweise Fragen nach der fairsten Verteilung und den Kriterien dafür auf. Auch in der dritten Episode taucht die Frage nach Verteilungsge- rechtigkeit auf, als Jensika und Mario einen Jungen ihres Alters mit eigenem Chauffeur beobachten und dies als Luxus bezeichnen. In der Nikomachischen Ethik von Aristoteles wird Verteilungsgerechtigkeit als das definiert, was die Verteilung von Waren und Ressour- cen proportional zur Produktion und zur Leistung jedes Einzelnen reguliert, während die kommutative Gerechtigkeit (die ausgleichende Gerechtigkeit) das ist, was Verträge regu- liert, mit dem Ziel, die Vorteile und Nachteile der Vertragspartnerinnen und Vertragspartner auszugleichen.42 Die Idee der Verteilungsgerechtigkeit impliziert ein Gleichheitskriterium, aber wir müs- sen verstehen, auf was für eine Art von Gleichheit wir uns beziehen. So war die Idee von Gleichheit in der griechischen Antike eine andere als die Idee von Gleichheit, die wir heute gewöhnt sind (oder sein sollten). „Die Gleichen” der athenischen Demokratie, die von einer gerechten Verteilung profitieren konnten, waren ausschließlich freie männliche Staatsbür- ger, keine Frauen und keine Sklaven (und natürlich keine Kinder). In anderen Worten: Es konnte damals der Fall eintreten, dass die Aneignung von Gütern auf der Akzeptanz zufäl- liger substanzieller Ungleichheit der Individuen geschieht. In einer Welt, in der 1% der Menschen der gesamte Vermögensstand zukommt und die meisten Menschen in (oft extremer) Armut leben, ist es sehr wichtig, über Verteilungs- gerechtigkeit zu reflektieren. Dieser Konflikt, latent oder manifest, hervorgebracht durch die Globalisierung der Gesellschaft, oft organisiert durch das Diktat eines „wilden” und deregulierten Wirtschaftssystems (und meist gemanagt von skrupellosen multinationalen Konzernen), appelliert an unseren Verstand und an unser Bewusstsein. Insofern ist es wichtig, dass wir die Möglichkeit haben, darüber zu reflektieren, was faire Verteilung der Ressourcen bedeutet und welche alternativen Modelle im Vergleich zu den gegenwärtigen 42 Aristoteles: Die Nikomachische Ethik, Übers. Gigon, Olof, Artemis Verlag, München/Zürich 1967.
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Reflexiver Kosmopolitanismus Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
Title
Reflexiver Kosmopolitanismus
Subtitle
Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
Editor
Ediciones La Rectoral
Language
German
License
CC BY-NC-SA 4.0
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
190
Categories
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