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Reflexiver Kosmopolitanismus - Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
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IM UND UM DEN PARK (HANDbUCH) 161 Übung: Verteilungsgerechtigkeit Im Folgenden sind ein paar Situationen dargestellt. Reflektiere, ob und in welchem Sinne sie Fälle von Verteilungsgerechtigkeit repräsentieren können und aus welchen Gründen. 1. Ein Sandwich mit einer Freundin teilen, die kein Mittagessen hat 2. Einer Wohltätigkeitsorganisation Geld spenden 3. Einem Freund, der kein Auto hat, eine Mitfahrgelegenheit anbieten 4. Einer Mitschülerin erlauben, einen Test abzuschreiben 5. Die Beute eines Diebstahls zu gleichen Teilen aufteilen 6. Eine 10 € Note zerreißen, um diese mit einem Freund zu teilen 7. Als Lehrerin allen verschiedenen Bedürfnissen der Kinder in der Klasse dieselbe Aufmerksamkeit schenken 8. Bei einem Fußballspiel foulen, um deine Mannschaft zu unterstützen (in der Hoffnung, ungestraft davonzukommen) 9. Mit deinem Mitschüler reden, während die Lehrerin eine Übung erklärt 10. Jemandes Geheimnis anderen Menschen verraten 11. Ein Problem mit deinen Freundinnen besprechen 12. Mit deinen Freunden nicht ausgehen, da du auf deine Geschwister, die krank sind, aufpassen musst Leitgedanke 2: Die Mehrheitsregel Das Konzept der Gerechtigkeit ist eng mit der Frage nach der besten Regierungsform verknüpft: Eine gerechte Gesellschaft zeigt sich durch eine gerechte Regierung. In einem kosmopolitischen Kontext, von dem wir ausgehen, ist es wichtig zu hinterfragen, welche Regierungsform oder politische Struktur fähig ist, sich für eine Politik der Nachhaltigkeit und einer Gesellschaft der Vielfalt (verschiedene Kulturen, Ideen und Traditionen) einzu- setzen. Es scheint, dass sich heutzutage viele Menschen Demokratie als gerechteste Re- gierungsform vorstellen – Demokratiemodelle westlicher Prägung. Allerdings sind auch zahlreiche Diskussionen darüber im Gange, die der Frage nachgehen, welche Art von Demokratie tatsächlich die fairste sei, die repräsentative oder die partizipatorische De- mokratie. Es ist nicht zu übersehen, dass durch den Wandel der modernen Staaten und den Zuwachs der Bürgerinnen und Bürger ein effektives Funktionieren der Bürokratie und des Staatsapparates schwieriger wird, wenn er auf einer direkten Demokratie aufbaut. Insofern haben die meisten Staaten dieser Welt eine repräsentative Demokratie als Regie- rungssystem. Demokratie ist oder sollte die Staatsform sein, die die Gleichheit aller Bürgerinnen und Bürger vor dem Gesetz anerkennt und die Meinungsfreiheit jedes Einzelnen garan- tiert. Meinungsfreiheit impliziert die Möglichkeit zur Diskussion und der Äußerung des ei- genen kritischen Urteils und daher auch die Möglichkeit, selbstständig zu denken. Durch ein repräsentatives System gibt es das Risiko, das in der Geschichte als „die Tyrannei der Mehrheit“ bezeichnet wurde und die Gefahr massiver Egalisierung und Ho- mogenisierung individueller Freiheiten mit sich bringt. Die Macht der Mehrheit ist gefähr- lich, weil sie keinen Freiraum für Diskussionen lässt und auf der Idee beruht, dass „die Weisheit“ nur in der Mehrheit ruht, obwohl doch gar keine Garantie dafür besteht, dass die Entscheidungen der Mehrheit notwendigerweise gerecht sind oder dafür, dass die Minderheit notwendigerweise falsch entscheidet. Das Risiko ist groß, dass die Minder-
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Reflexiver Kosmopolitanismus Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
Title
Reflexiver Kosmopolitanismus
Subtitle
Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
Editor
Ediciones La Rectoral
Language
German
License
CC BY-NC-SA 4.0
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
190
Categories
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