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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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voran leuchtete, bezieht sich Schaukal in seinemSchreiben vom27. April 1931 an denHerausgeber, ehe er im zweiten Teil zum eigentlichenAnliegen seiner Kontaktaufnahme kommt: dem „Brenner-Kreis nĂ€herzutreten“ und eine „hof- fentlich andauernde Verbindung“ zu knĂŒpfen.154 Mehr noch, Schaukal zĂ€hlte sichnebenHaecker undKraus zur „Trias derMaßgebenden“, die durchStefan GeorgeundRudolfBorchardt (1877–1945)erweitertwerdenkönne.ErschlugFi- cker die Publikation seines imVerein ‚Altösterreich‘ gehaltenenVortrags ĂŒber Marie von Ebner-Eschenbach und Adalbert Stifter (1805–1868) vor und offe- rierte darĂŒber hinaus auchdenWiederabdruck eines beigelegtenAufsatzes zu AndrĂ© Gide.155 Ein Jahr spĂ€ter wiederholte Schaukal sein Ansuchen und ver- stĂ€rktedieunglĂŒcklicheStrategiedesSelbstlobes. Er brauche sichnicht vorzu- stellen, da ermitHaecker undKraus zudendrei großen „Prosaikern“der Zeit gehöreund„alsLyriker fĂŒrdieEinsichtigen lĂ€ngstdenerstenPlatznichtnur in Österreich“ einnehme, so die Eröffnung des Schreibens. Demmehrere SĂ€tze umfassendenPrĂ€ludiumĂŒber seinReĂŒssieren imGeorgMĂŒllerVerlag folgt das Bekenntnis:„Ichbildemirein,daß ichseit je [. . .] indenBrennerVerlaggehört hĂ€tte, zumal da Haecker der einzige deutsche Schriftsteller ist, den ich außer Kraus, meinem wahlverwandten weltanschaulichen Antipoden, unbedingter- maßen schĂ€tze und liebe.“Was Schaukal dem Publizisten und Herausgeber dannanbietet,wirktnicht sehrattraktiv,handelt es sichdochabermalsumbe- reits veröffentlichte undneu kompilierte essayistische sowie lyrische BeitrĂ€ge, die der EmpfĂ€nger desBriefes gerne auch in geringer StĂŒckzahl als Liebhaber- oderLuxusausgabendruckenlassenkönne.156 Fickermuss sichbeiHaeckernachSchaukal erkundigthaben,der–wieĂŒb- rigens auch im Falle der bereits kurz erwĂ€hntenWidmung des Kraus-Essays – verhaltenreagierte.157Am9. Juni 1934erteiltederBrenner-HerausgeberSchaukal eine Absage. Die vorgeschlagenen Texte seien fĂŒr denBrenner zu abseitig und darĂŒber hinaus bereits veröffentlicht. Abschließend deutet Ficker den Beginn einer unsicheren Zeit an, die sich auch auf die Zeitschrift negativ auswirken 154 BriefSchaukalsanFicker, 27.April 1931, in: IgnazZangerleu.a. (Hg.):LudwigvonFicker: Briefwechsel 1926–1939. Innsbruck 1991 (=Brenner-StudienXI), S. 187. Online: https://www. uibk.ac.at/brenner-archiv/bibliothek/pdf/ficker-bd-3-gesamt-neu.pdf (zuletzt aufgerufen am 31. Juli 2019). 155 Vgl. den Brief Schaukals an Ficker, 27. April 1931, in: Zangerle u.a. (Hg.): Ludwig von Ficker:Briefwechsel 1926–1939,S. 187. 156 Brief Schaukals anFicker, 5.MĂ€rz 1932, in: Zangerleu.a. (Hg.): LudwigvonFicker:Brief- wechsel 1926–1939,S. 219–220. 157 Vgl. denBrief Haeckers an Ficker, 25. Januar 1933, in: Zangerle u.a. (Hg.): Ludwig von Ficker:Briefwechsel 1926–1939,S. 227. 130 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
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