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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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umBestätigungseinAnliegen,dochderAngefragteentpupptesichalsschwieriger Korrespondenzpartner, der vermutlich nähere Informationen über die Veranstal- tungeinholte,wiedemselbenBrief zuentnehmenist.Waldenführteaus,dassder ZweckdesVereins„diePropaganda für zeitgenössischeKunst“ seiund locktemit demArgument,dassdieöffentlichenAbendegutbesucht seienundstets vonder gesamtenPressebesprochenwürden.RichardDehmel, FrankWedekind,Richard Muther (1860–1909), GeorgBrandes (1842–1927), Georg Simmel (1858–1918), Det- lev von Liliencron (1844–1909), GustavMahler (1860–1911) und Richard Strauss (1864–1949) hätten bereits an denAbendenmitgewirkt. DasHonorar betrage 100MarkReisevergütungplusReingewinndesKartenverkaufs.248Einebeworbene öffentliche Lesung, die unter dem Label ‚zeitgenössische Kunst‘ firmierte und nichtzuletzt ineinemjüdischenUmfeldstattfand,dürfteSchaukal,der inBalthes- ser gerade ein solches Szenario ironisiert hatte, befremdet haben. Allerdings stimmte die ästhetische Ausrichtung des ‚Vereins für Kunst‘mit seiner literari- schen Präferenzweitestgehendüberein. Nicht zuletzt versprach der Vortrag eine stärkereAnbindungandiekünstlerischensowiepublizistischenKreise inBerlin. WaldensVereinwaram18.April 1904miteinerLesungLiliencrons insLeben gerufenwordenund ließweitereLeseabendemitBeiträgender zu jener Zeit von Schaukal nicht minder geschätzten Dichter Max Brod, Arno Holz und Rainer MariaRilke folgen.249 Dass derAutor seine dichterisch ausgedrückten zweckent- bundenenKunstideale realiternicht als letztenMaßstabnahm,beweist seineRe- aktion auf die Einladung: Schaukal feilschte um ein höheres Honorar. Walden lehnte zwar ab, kam seinemAnsinnen abermit demVorschlag einer Vorverle- gung der Lesung entgegen. Zu Beginn der Saison sei mit mehr Publikum und dementsprechendmithöherenEinnahmenausdemKartenverkaufzurechnen.250 DochSchaukalerbaterneuteinhöheresHonorar,woraufWaldenanmerkte,dass der Zweck des Vereins darin liege, bedeutende zeitgenössische Künstler einem großen Publikum bekannt zumachen und der Verein kein Geschäftsunterneh- mensei.251Darauf schickteSchaukal zweiweitereBriefe, aufdieWaldenAnfang September nur noch gereizt antwortete, dass der ganze Abend schon geplant sei und Änderungen nichtmehr in Betracht kämen.252 Im Endeffekt fand die 248 BriefWaldensanSchaukal, 15. Juli 1907,S-NL,WB. 249 Vgl. Friedrich Pfäfflin: Herwarth Walden und Karl Kraus, Adolf Loos und Oskar Ko- koschka.DieAnfänge imKunstsalonPaulCassirer– 1910. In: EinFest derKünste. PaulCassi- rer. Der Kunsthändler als Verleger. Hg. von Rahel Feilchenfeldt und Thomas Raff. München 2006,S. 165–176,hierS. 165–166. 250 Vgl.denBriefWaldensanSchaukal, 20. Juli 1907,S-NL,WB. 251 Vgl.denBriefWaldensanSchaukal, 20.August 1907,S-NL,WB. 252 Vgl.denBriefWaldensanSchaukal,9.September1907,S-NL,WB. 156 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
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